Hand-Fuß-Mund-Krankheit beim Baby

von | Apr 15, 2019

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit (HDMK) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Sie äußert sich hauptsächlich durch Pusteln und Pickel an Händen und Füßen und Wucherungen im Mund, aber auch andere Körperteile können betroffen sein. BabySOS erklärt dir, wie die sogenannte „falsche Maul- und Klauenseuche“ übertragen wird und wie das Risiko einer Infektion bei dir und deinem Baby verringern kannst.

Blasen und kleine Pickel sind immer unwillkommene Gäste. Viel schlimmer wird es, wenn sie flächig und in größerer Anzahl auftreten. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) kann dich als Mutter genauso treffen wie dein junges Spätzchen. Große Gefahr geht von der Virusinfektion allerdings nicht aus. Dafür strapaziert sie im Gegenzug unglaublich Nerven und Geduld von Eltern und Säugling.

Was genau ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die etwas ungewöhnliche und sehr direkte Bezeichnung verrät dir sofort, woran du diese Erkrankung schnell identifizieren kannst. Hauptsächlich treten Symptome nämlich an Füßen, Händen und im Mund auf. Sobald du viele kleine, rote Flecken oder Blasen an Handflächen oder Fußsohlen bemerkst, solltest du Verdacht schöpfen. Im Mund bilden sich winzige Geschwüre aus, die zusätzliche Reizungen und Schmerzen hervorrufen. Es ist egal, ob dein kleiner Pirat etwas trinken, krabbeln oder greifen möchte: Irgendwo juckt und beißt es penetrant – es gibt im Alltag kaum eine sinnvolle Vermeidungsstrategie.

Während der Kindergartenzeit treibt das Virus bevorzugt sein Unwesen und das über alle Jahreszeiten hinweg. Aber auch Babys und Erwachsene sind nicht ausgenommen. Tatsächlich ist die Infektion durch sogenannte Enteroviren sehr ansteckend und breitet sich flott im engen Familienumkreis aus. Zusätzlich kann sie jederzeit wieder in Erscheinung treten.

Eine Immunität bildet der menschliche Körper bei durchgemachter Hand-Mund-Fuß-Krankheit leider nicht aus. Manchmal streuen die Erreger auf weitere Körperregionen aus. So können auch am Knie oder Popo einzelne Blasenkolonien heranwachsen.

Wie verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Zu den typischen Flecken und Bläschen gesellen sich vor allem anfangs weitere Symptome. Babys bekommen

  • Fieber,
  • Hals- und Gliederschmerzen und
  • verlieren mitunter ihren Appetit.

Das sind typische Eigenarten einer schweren Erkältung. Jedoch kurz darauf bilden sich ersten Blasen im Mund, die auch Zunge, Zahnfleisch und Bereich um die Lippen einschließen. Als weitere Stationen sind üblicherweise Füße und Hände dran.

Verständlicherweise erkennt dein Nachwuchs nicht, dass er durch Kratzen seine Lage noch verschlechtert, dazu kommen noch die Schmerzen beim Essen.

 

Wie lange dauert Hand-Mund-Fuß?

Du kannst deinem Kleinen etwas warmen, leicht gesüßten Tee anbieten und im höheren Alter generell auf sehr weiche Nahrungsmittel zurückgreifen. Ein Trost gibt es dennoch: Die Qualen verfliegen spätestens nach 10 Tagen ohne weitere Folgen. Das Virus ist unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich. Du kannst also beruhigt sein.

Welche Hilfe bietet der Kinderarzt an?

Virenerkrankungen muss jeder Mensch selbst auskurieren. Bei sehr starker Ausbreitung und großem Leidensdruck ist ein Arztbesuch dennoch sinnvoll. Immerhin können sich in sehr seltenen Fällen beim Baby Komplikationen wie zusätzliche Entzündungsherde im Körper ergeben. Der Kinderarzt muss auch abklären, ob es wirklich Hand-Mund-Fu ist, oder vielleicht eine andere Hauterkrankung.



Nach kurzer Vorstellung und Schilderung der Krankheitsgeschichte kontrolliert der Kinderarzt dein Baby auf die typischen Merkmale von Hand-Fuß-Mund. Die entzündlichen Blasen lassen eine sehr zügige Diagnose zu. Ein direkter Erregernachweis ist eigentlich nur in seltenen Fällen angebracht. Hauptsächlich konzentriert er sich darauf, die Schmerzen und das Fieber bis zur Zeit der vollständigen Heilung auf ein erträgliches Maß zu senken. Lindernde Tinkturen und Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen kommen häufiger zum Einsatz.

Achtung: Bevor du deinem Baby Schmerzmittel gibst, sprich mit deinem Arzt! Das Motto „eine halbe Aspirin schadet nicht“ ist leider falsch. Bitte kläre es vorher ab, bevor du deinem Baby oder Kleinkind Medikamente verabreichst.

 

Können Eltern der HMFK vorbeugen?

Leider nein. Es genügt ein schlabbriger Kuss, ein kräftiger Nieser oder eine verschmierte Hand zur Übertragung des Virus. Die Flüssigkeit der Blasen gilt als äußerst ansteckend. Natürlich funktioniert das auch indirekt über benutzte Türklinken oder das Babyspielzeug.

Ausgesprochen gute Chancen hat das Virus, da es sich bereits vor offensichtlichem Symptomen ausbreiten kann. Es helfen also auch keine gut gemeinten Ratschläge, von bestimmten Personen Abstand zu halten. Sogar am Stuhlgang haften die hartnäckigen Erreger noch Wochen nach der Genesung an.

 

Hygiene dämmt das Risiko einer HMFK-Infektion ein

Du hast also trotz größter Vorsicht eher schlechte Karten im Kampf gegen das Virus. Lediglich gründliches, regelmäßiges Händewaschen und ein eigenes Handtuch kann die Wahrscheinlichkeit der Übertragung etwas im Zaum halten. Ein Säugling wird aber kaum auf ein allzu hygienisches Verhalten beim Spielen achten.

Schneide seine Fuß- und Fingernägel kurz, damit dein Nachwuchs sich nicht übermäßig kratzen kann. Baumwollhandschuhe und spezielle Babyschlafanzüge helfen während der Schlafenszeit aus

Es bringt also rein gar nichts, dein Kind in Watte zu paken und vor Keimen zu schützen. Hand-Mund-Fuß findet vermutlich einen Weg. Und je besser das Immunsystem deines WOnneproppen ausgebildet ist, umso besser kommt es auch mit Virenerkrankungen klar.

Quellenangabe:

Wir recherchieren die auf BabySOS zur Verfügung gestellten Informationen sorgfältig in verschiedenen Quellen. Unser Anliegen dabei ist es, dir Infos verständlich und ohne "Ärzte-Deutsch" zur Verfügung zu stellen.

Für diesen Artikel wurden, neben dem Fachgespräch mit unserer Hebamme, verschiedene schriftliche Quellen genutzt, darunter:

  • Babys erstes Jahr: Essen, Schlafen, Pupsen - Baby Entwicklung und Erziehung; Ulrike Steiner, Independently Published, 2018
  • Baby-Entwicklung: so fördern Sie Ihr Kind in den ersten 24 Monaten; Claire Halsey, München Dorling Kindersley, 2011
  • Baby Entwicklung - Erziehung und Entwicklung im ersten Jahr
  • Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung
  • Hebammen-Gesundheitswissen; Silvia Höfer, Nora Szasz, München GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH 2012
  • Berthold Koletzko (Hrsg.), Kinder- und Jugendmedizin, 14. Auflage, Springer Medizin, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
  • Hans G. Schlack, Motorische Entwicklung im frühen Kindesalter, 2012

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Bild: Weiterbildung mit Kind - Link zur SGD

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Hand-Mund-Fuß-Krankheit (HMFK)
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Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann jeden treffen: Dich, dein Baby und die ganze Familie. Lies jetzt alles über Übertragung und Symptome!
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