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Neurodermitis beim Baby

von | Mrz 28, 2019

Hautprobleme sind vor allem bei sehr jungem Nachwuchs stark verbreitet. Neurodermitis beim Baby ist eines dieser Hautprobleme. Das Erscheinungsbild der Babyhaut zeigt dir sehr deutlich, dass etwas nicht in Ordnung ist. Überall sind orange bis rötlich gefärbte Flecken zu erkennen.
 
Bestimmt bereitet dir das Leiden deines Babys große Sorgen und du möchtest etwas dagegen unternehmen. Quälender Juckreiz treiben deinem Kleinen immer wieder die Tränen in die Augen. Tatsächlich stellen die genauen Hintergründe Wissenschaftler immer noch vor ein Rätsel. Trotzdem kannst du deinen Schatz unterstützen und ihm gezielt Linderung verschaffen.
 
 

Was ist eine Neurodermitis?

Neurodermitis beschreibt in erster Linie eine Ansammlung unterschiedlicher Hautausschläge. Mediziner bezeichnen es auch als atopisches Ekzem. Häufig führt eine allergische Reaktion der Immunabwehr zu den krankhaften Hautveränderungen. Manchmal verschwindet sie überraschend, manchmal bleibt sie dauerhaft bestehen und tritt in Schüben zunehmend auf.
Immerhin gibt es auch Positives zu berichten: Ansteckungsgefahr besteht zum Glück keine. Die Chance eines Ausbruchs liegt heute im zarten Säuglingsalter sehr hoch. Nahezu 85 % aller Menschen haben bereits in ihrem ersten Lebensjahr mit Hautausschlägen zu kämpfen – dein Liebes ist also keineswegs eine Ausnahme.
 
 

Welche Symptome treten bei Neurodermitis auf?

 

Die Erkrankung hat viele Gesichter, aber sie spielt sich stets auf der Haut ab. Übersehen wirst du die Hautveränderungen bei einer Neurodermitis daher gewiss nicht.

Gefährliche Komplikationen gibt zunächst keine, dennoch solltest du möglichst rasch etwas gegen die Ekzeme unternehmen. Sie können sich für dein Kind ansonsten zu einer echten Plage entwickeln. Häufig entstehen erste Symptome schon innerhalb der ersten vier Lebensmonate.

Typisches Anzeichen eines Beginns ist Milchschorf an Gesicht, Armen oder Beinen. Die nässenden, roten Stellen bilden später eine schuppige Kruste aus. Wirklich schlimm bleibt vor allem aber der penetrante Juckreiz. Fehlt dieser, hat dein Liebling wahrscheinlich den eher harmlosen Kopfgneis.

Nach einiger Zeit bilden sich weitere schuppige Ekzeme im Gesicht und hinter Ohren aus. Die Bereiche nässen nicht immer, sondern wirken stattdessen stark ausgetrocknet. Im Lauf der Zeit entstehen zusätzliche Bereiche an allen denkbaren Körperregionen. Verzweifelt kratzt sich leidgeplagter Nachwuchs an den betroffenen Stellen und reizt dadurch zusätzlich die Haut. Nach dem zweiten Lebensjahr geht der Milchschorf oft von alleine zurück. Nach und nach verliert dein Kleines die Neigung zu den auffälligen Hautrötungen und die größte Gefahr für Neurodermitis ist vorbei.

 

Genaue Ursache liegt noch im Dunkeln

Die genauen Auslöser für Neurodermitis sind leider noch nicht erforscht. Tatsächlich spielen aber zwei Hauptfaktoren bei deinem Baby eine gewichtige Rolle für das Krankheitsrisiko.

Für ein einfacheres Verständnis: Hautzellen bei erkrankten Säuglingen erfüllen ihre Barrierefunktion gegenüber Umweltstoffen oft noch unzureichend. Sie sind unvollständig mit einer schützenden Hornfettschicht bedeckt, teilen sich zu rasch und weisen daher Lücken auf. Meist geht diese natürliche Schwachstelle im späteren Alter zurück. Fremdstoffe dringen durch diese Schwachstellen leichter ins Körperinnere ein und werden vom Immunzellen häufig ignoriert. Irgendwann jedoch kommt es wegen einer Verwechslung oder eines Zufalles zu einer Abwehrreaktion.

Zusätzlich kann auch erbliche Veranlagung ein Risiko darstellen. Eltern mit Asthma, Heuschnupfen oder chronischer Hauterkrankung geben die Neigung zu Ekzemen an ihre Nachkommen weiter. Treten bei deinem Kleinen Hautveränderungen auf, kannst du jedoch gezielt nach Auslösern suchen. Auf irgendeinen Stoff reagiert die Babyhaut allergisch. Das können Nahrungsmittel wie Nüsse oder Zitrusfrüchte sein, aber auch das Material oder Waschmittel von Kleidungsstücken verursachen gelegentlich derartige Probleme.

Kopf hoch: Gelingt dir es nämlich, diese ausfindig zu machen, kannst du viele Ausbrüche gezielt eindämmen oder sogar vermeiden.

Wenn du dich über Allergien und ihre Wirkungsweise im Allgemeinen informieren möchtest, kannst du dir unseren Artikel „Allergien beim Baby“ durchlesen.

 

Kann der Kinderarzt deinem Baby trotzdem helfen?

Auch wenn bei einer Neurodermitis keine unmittelbare Lebensgefahr besteht, ist vor allem die psychische Belastung für dein Baby äußerst groß. Raubt das Ekzem deinem jungen Spatz Aufmerksamkeit und Lebensfreude, kann eine Untersuchung beim Kinderarzt dir weiterhelfen.

Neben einem aufklärenden Gespräch über den Krankheitsverlauf und ähnliche Vorkommnisse in der Familie (Ananmnese) wirft er einen genauen Blick auf die erkrankte Haut. Helle Zeichnungen auf der Oberfläche liefern erste Hinweise. Mittels Labortests stellt er den IgE-Wert (Immunglobulin) fest. In Einzelfällen entnimmt er behutsam eine kleine Hautprobe für eine exakte Untersuchung. Außerdem dienen Allergietests zur Eingrenzung der möglichen Ursache.

Erhärtet sich bei deinem Baby der Verdacht auf eine Neurodermitis, bietet er dir den Karenz- oder Provokationstest zur weiteren Diagnose an. Meidung des Auslösers oder gezieltes Provozieren neuer Ekzeme liefern dir mit etwas Glück dann aufschlussreiche Hinweise.

 

Therapie bei Neurodermitis – pflegen, kühlen und beobachten

Trotz der unbefriedigenden Ursachenforschung scheint Muttermilch eine positive Auswirkung auf das atopische Ekzem zu besitzen. Stillst du dein Kind ausschließlich bis zum vierten Monat unter Verzicht von anderer Kost, stärkt dies die Widerstandskraft der Haut.

 

Reize vermeiden

Ein gesunder Lebensstil während und nach der Schwangerschaft reduziert ebenfalls die Chance auf atopische Dermatitis. Dazu gehört der Verzicht auf Tabakkonsum und natürlich eine ausgewogene Ernährung – dein Kind isst schließlich über die Muttermilch immer mit. Auch Pläne für die Anschaffung von Haustieren solltest du zuliebe deines Schatzes zunächst aufschieben, sofern erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht.

 

Cortison mindert den Juckreiz

Ein behutsamer und kurzfristiger Gebrauch von Cortison hilft angehende Schübe rechtzeitig zu unterbinden. Spezielle Babyschlafanzüge (Neurodermitis-Overalls) decken den Großteil des Körpers ab und unterbinden damit unbewusstes kratzen zur Schlafenszeit. Tagsüber kannst du dein Baby zur Ablenkung zärtlich und sanft streicheln, während du seinen Körper eincremst. Damit lenkst du es vom Juckreiz ab.

Außerdem kannst du mit Kühlpads den beißenden Schmerz etwas lindern. Lege diese aber nicht direkt auf die Haut, um Erfrierungen zu vermeiden. EIn Handtuch um das Kühlpad reicht meist als Puffer aus.

 

Vermeide Wärme bei Neurodermitis

Vermeide auch übermäßige Wärme, da Körperschweiß entzündungsfördernd wirken kann. Atmungsaktive Wäsche und nachfettende Cremes bauen einen Schutzfilm aud der Haut deines Babys auf. Zu dick auftragende Salben bewirken allerdings oft das Gegenteil und schneiden die Sauerstoffzufuhr ab. Hier bleibt dir abseits der ärztlichen Empfehlung nur das Experimentieren mit gängigen Pflegeprodukten.

Angebote mit vielen künstlichen Zusätzen sollten bei deinem nächsten Einkauf allerdings tabu sein.

 

Überwache alle Auslöser für Neurodermitis bei deinem Baby

Notizen in einem Tagebuch über genutzt Kleidungsmaterialien, Ernährung und natürlich Pflegeprodukte bringen dich möglicherweise früher oder später auf die richtige Fährte.

Quellenangabe:

Wir recherchieren die auf BabySOS zur Verfügung gestellten Informationen sorgfältig in verschiedenen Quellen. Unser Anliegen dabei ist es, dir Infos verständlich und ohne "Ärzte-Deutsch" zur Verfügung zu stellen.

Für diesen Artikel wurden, neben dem Fachgespräch mit unserer Hebamme, verschiedene schriftliche Quellen genutzt, darunter:

  • Babys erstes Jahr: Essen, Schlafen, Pupsen - Baby Entwicklung und Erziehung; Ulrike Steiner, Independently Published, 2018
  • Baby-Entwicklung: so fördern Sie Ihr Kind in den ersten 24 Monaten; Claire Halsey, München Dorling Kindersley, 2011
  • Baby Entwicklung - Erziehung und Entwicklung im ersten Jahr
  • Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung
  • Hebammen-Gesundheitswissen; Silvia Höfer, Nora Szasz, München GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH 2012
  • Berthold Koletzko (Hrsg.), Kinder- und Jugendmedizin, 14. Auflage, Springer Medizin, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
  • Hans G. Schlack, Motorische Entwicklung im frühen Kindesalter, 2012

Artikel
Neurodermitis beim Baby
Beschreibung
Neurodermitis beim Baby ist schwer zu behandeln. Aber du kannst deinem Baby den Juckreiz angenehmer machen! Lies jetzt, was du gegen Neurodermitis tun kannst.
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Herausgeber
BabySOS
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