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Plötzlicher Kindstod

von | Mai 21, 2019

Der plötzliche Kindstod bezeichnet ein spontanes Versterben eines Säuglings. Zumeist geschieht dies ohne Vorzeichen, weshalb der plötzliche Kindstod auch Sudden infant Death Syndrom (sids) genannt wird.  In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen es gibt und wie du dem spontanen Säuglingstod vorbeugen kannst.

 

Der plötzliche Kindstod kommt unerwartet

 

Der plötzliche Kindstod ist ein Schock für alle Eltern. Der Verlust eines Babys führt oft zu Traumata und kann sogar eine Ehe zerstören. Irgendwo ist das nachvollziehbar, denn dein Baby ist ein Teil von dir. Das Risiko für das sogenannte Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) ist heutzutage zum Glück sehr gering. Das liegt vor allem daran, dass Eltern sich ausführlich informieren und Gegenmaßnahmen ergreifen können. 

Beschäftigung mit dem Sudden Infant Death Syndrom (sids)

Jeder Mutter, jeder Vater wünscht sich nur das Beste für seinen Nachwuchs. Dass du dich um sein dein Baby sorgst, ist daher etwas vollkommen Natürliches. Zum Glück ist die medizinische Behandlung heute besser denn je, die meisten Krankheiten lassen sich mithilfe vom Kinderarzt schnell auskurieren. Leider ist dies beim plötzlichen Kindstod nicht so.

Trotz aller medizinischen Errungenschaften kommt das völlig unerwartete Ableben eines Säuglings leider in sehr seltenen Fällen immer noch vor. Das „Sudden Infant Death Syndrome“ (SIDS) kommt plötzlich und unerwartet. Eltern, Freunde und Verwandte haben eine schwere Bürde zu tragen und benötigen oft psychologische Unterstützung. Der Besuch eines Psychologen ist auch nichts schlimmes, denn die seelische Wunde beim Verlust eines Kindes ist sehr tief. Scheue dich nicht, dir Hilfe zu suchen und angebotene Hilfe anzunehmen!

Als frisch gebackene Mutter kannst du dem plötzlichen Kindstod jedoch aktiv vorbeugen und die Gefahr damit verringern.

Was ist der Plötzliche Kindstod?

Im Grunde besteht das Sudden Death Syndrome, auch Frühtod des Babys genannt, eine Ansammlung von vielen Faktoren:

  • Fehlfunktionen des Körpers
  • Umwelteinflüssen oder
  • Erkrankungen

Oft ist es ein unglückliches Zusammenspiel dieser Ursachen.

Wie passiert der plötzliche Kindstod?

Ein möglicher Auslöser ist zum Beispiel ein unzureichend entwickeltes Atmungssystem. In ungünstiger Körperlage wie der Bauchlage kommt es dann zu Atempausen, auch Apnoe genannt. Die Atmung wird verringert oder setzt komplett aus. Dadurch sinkt die Sauerstoffversorgung deines Babys und es kommt zu einer sogenannten Hypoxie . Eine Hypoxie muss so schnell wie möglich vom Arztbehandelt und abgeklärt werden, sonst kann dein Baby sterben.

Auch bestimmte Virenerkrankungen und Entzündungen gelten als mögliche Verursacher, ebenso allgemeine Störungen am Herzmuskel. Im Grunde steht immer ein kompletter Kreislaufkollaps am Ende dieser unglückseligen Kette.

Das heißt aber nicht, dass jede Viruserkrankung oder Entzündung dein Baby töten kann. Viele Auslöser des Kindstodes lassen sich behandeln und regulieren.

 

Der Körper deines Babys funktioniert nicht richtig.

Eine eineindeutige Erklärung für den plötzlichen Kindstod findet sich auch nach Jahren der Forschung nicht immer. Besonders tückisch ist die Schlafenszeit, da dein Baby in dieser Zeit unbeaufsichtigt ist und Probleme nicht sofort erkannt werden. Doch natürlich kannst du dein Kind nicht rund um die Uhr jede Sekunde perfekt im Blick haben.

Das plötzliche Versterben eines Babys kommt meistens völlig überraschend und ohne klare Signale. Das macht den Umgang damit besonders schwer. Als Mutter musst du dich jedoch nicht dauerhaft mit der Vorstellung belasten, dass deinem Kleinen etwas passiert. Tatsächlich gilt nur das Alter von zwei bis vier Monaten bei Babys als besonders kritisch. Direkt danach sinkt das Risiko von Monat zu Monat bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres ab. Jungen sind etwas häufiger vom Kindstod betroffen als Mädchen.

Was verursacht den plötzlichen Kindstod? 

Für die Ursachen gibt es Vermutungen und auch Wissen aus Jahren der Forschung. Aber zu einhundert Prozent sind die Ursachen für den plötzlichen Kindstod leider noch nicht geklärt. Trotz vieler Forschungen sind die genauen Ursachen, die das Sudden Infant Death Syndrom auslösen, immer noch nicht bekannt.

Bestimmt macht diese unbefriedigende Erkenntnis dir gewiss wenig Mut. Die Wissenschaftler und Mediziner haben jedoch bestimmte Risikofaktoren eingegrenzt, die zu dem frühzeitigen Lebensende führen könnten.

Was kann man gegen plötzlichen Kindstod machen? – Vorbeugung

Zugegeben, die Suche nach dem wahren Hintergrund klingt wenig befriedigend. Halte dir immer vor Augen, dass es sich um eine sehr seltene Todesursache handelt und dein Baby daher kaum in Gefahr ist! Zusätzlich kannst du die Risiken für dein Kleines mit einigen Vorsorgemaßnahmen effektiv verringern.

Bezeichnen hierfür ist die 3R-Regel. Sie bezieht sich auf die größten Risikofaktoren und kann deinem Kind das Leben retten. Die drei Rs stehen für 

  • Rauchen
  • Rückenlage
  • richtig gebettet

und lassen sich in einfache Tipps umwandeln.

 

Vermeide Giftstoffe, um dein Baby zu schützen!

Verzichte unbedingt auf Zigaretten oder Alkohol, wenn du ein Baby hast. Direkt oder indirekt nehmen Babys die ungesunden Stoffe auf. Auch wenn du auf dem Balkon rauchst: Dein Körper nimmt das Nikotin auf und gibt es über die Haut wieder ab. Du selbst merkst das nicht, aber sobald du Körperkontakt mit deinem Baby hast, gehen die Giftstoffe auf es über. Über die Haut raucht es quasi mit, auch wenn es den Qualm nicht direkt einatmet.

Bauchlage vermeiden: Kontrolliere die Schlafposition deines Babys!

Die Bauchlage beim Schlafen und eine zu stark einsinkende Matratze behindern die Atmung des Säuglings. Du solltest die Körperlage deines Nachwuchses nach dem Einschlafen immer kontrollieren. Dieser einfache Tipp führte in der Vergangenheit bereits zu einem beträchtlichen Rückgang an plötzlich verstorbenen Babys.

 

Vermeide Hitze: Halte das Babyzimmer kühl

Ähnliches gilt für Umwelteinflüsse, die den Kreislauf und die Herzgesundheit belasten. Bette dein Kind lieber etwas zu kühl als zu warm. Ungefähr 18° Celsius gelten als optimal für einen erquickenden Schlaf. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie du das Babyzimmer im Sommer kühlen kannst. Mit diesen Tipps fährst du ganz gut, du findest sie hier: >Zum Artikel „Sommer mit Baby“

 

Risiko für plötzlichen Kindstod reduzieren – Zusammenfassung

Wenn du die 3R-Regel beachtest und umsetzt, sind die größten Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod schon einmal beseitigt. Beachte sie daher für deinen Säugling immer gewissenhaft.

Welche Maßnahmen helfen gegen den plötzlichen Tod des Babys?

 

Es gibt viele Maßnahmen, die das Risiko auf plötzlichen Kindstod verringern können. Zusätzlich zur 3R-Regel solltest du auf folgende Dinge achten:

 

Nutze die Vorsorgeuntersuchungen

Nutze die Vorsorgeuntersuchungen. Bei den U-Untersuchungen wird dein Baby komplett durchgecheckt. Körperliche Probleme werden können dadurch frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Vorsorgeuntersuchungen sind daher enorm wichtig. Die U1 und U2 werden nach der Geburt noch im Krankenhaus durchgeführt. Dass dein Baby pünktlich zu den weiteren Untersuchungen erscheint, liegt in deiner Verantwortung. Besonders wichtig für die Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes sind die

Bei der U5 Untersuchung ist dein Kleines schon aus der gröbsten Zeit raus, aber auch diese solltest du nicht verpassen.

 

Lege dein Baby zum Schlafen auf den Rücken

Während des ersten Lebensjahres solltest du dein Baby immer in Rückenlage betten. Die typische Fötusstellung auf einer Seite gilt auch als riskant. Eine kleine Bewegung genügt und schon liegt dein schlafender Engel wieder auf dem Bauch. Dreht sich dein Wonneproppen im Schlaf auf den Bauch, kannst du ihn einfach wieder auf den Rücken drehen. Beachte dabei stets die noch unvollständig ausgeprägte Schädelstruktur im hinteren Kopfbereich. Betten für Säuglinge besitzen oft eine kleine Mulde am Kopfstück, um Fehlbildung eines flachen Kopfes vorzubeugen. Dort soll der Kopf drin liegen.

 

Nimm das richtige Bettzeug

Große, weiche Polsterkissen oder dicke Felldecken haben in der Schlafstätte nichts verloren, sie erhöhen das Erstickungsrisiko. Tagsüber sind Erkundungstouren und Spielereien in Bauchlage hingegen kein Problem. Nicht zu weiches und atmungsaktives Bettzeug verhindert einen Wärmestau. Sorge für frischen Luftaustausch und vermeide zu warme Heizkörper oder gar Wärmflaschen in direkter Nähe deines Babys.

 

Zieh deinen Säugling luftig an

Auch die Schlafkleidung kann helfen,deinen Wonneproppen vor Gefahren zu schützen. Das fängt bereits beim Strampler an. In dünneren Schlafanzügen fühlt sich dein Nachwuchs deutlich wohler als in dicken Frottee-Anzügen. Passgenaue Schlafsäcke sorgen für ein angenehmes Schlafambiente und verhindern das Rutschen unter die Decke.

 

Zusätzliche Risiken: Kissen und Elternbett

Auf Kissen kannst du das erste Jahr getrost verzichten. Auch wenn es auf dich möglicherweise sehr natürlich wirkt: Gemeinsame Übernachtungen im Bett der Eltern bergen leider weitere Risiken. Zu leicht gerät dein Kleines ungewollt unter das Bettzeug oder zwischen die Matratzen. Ein eigenes Beistellbett neben dem Elternbett ist hingegen in Ordnung und sogar äußerst sinnvoll. Außerdem: Wenn du über das erste Jahr stillst und zudem stets einen Schnuller parat hältst, sinkt das persönliche Risiko zusätzlich. Dein Säugling besitzt dann eine stärkere Immunabwehr und wacht öfters von alleine auf – was sich tatsächlich günstig auf die Überlebenschancen auswirkt.

Hilfe nach dem Verlust des Babys

Der Verlust des eigenen Kindes ist eine unglaubliche Last für die Hinterbliebenen. Besonders sind aber die Folgen des furchtbaren Ereignisses bei den Eltern zu spüren. Manchmal führt der frühe Verlust eines Kindes zu Streitereien und Entfremdung unter den Paaren. Schuldzuweisungen und die Furcht vor einem Neuanfang bei der Familiengründung drohen dann die Beziehung zu kippen.

Viele Mütter und Väter ziehen sich in ihrer Trauer zurück und haben große Probleme bei der Überwindung ihrer schwierigen Lage. Der heilsame Kontakt mit anderen Betroffenen ermutigt Eltern dabei, über ihre Gefühle zu sprechen.

Die Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod Deutschland e.V (GEPS) bietet in diesem Falle Unterstützung an. Neben Treffen von Familien und der Austausch von persönlichen Erfahrungen klärt die Organisation gezielt die Öffentlichkeit über vermeidbare Gefahren des Sudden Death Syndroms auf.

 

Die Gemeinschaft wird dir helfen!

Gewiss fällt der erste Schritt hierzu schwer. Etwas Bereitschaft und Mut, sich Gedanken und Gefühlen von Mitmenschen in gleicher Situation zu öffnen, hilft enorm bei der Bewältigung dieses schmerzvollen Rückschlages. Den Verlust zu vergessen, kann und wird nie dabei das Ziel sein. Vielmehr gilt es, sich auch an die schönen Momente zu erinnern und was neues Leben für und alle bedeutet: Hoffnung, Zukunft, Gemeinschaft und Liebe.

Diesen positiven Gedanken sollten alle Betroffenen im Andenken an ihr verlorenes Baby erneut verinnerlichen. Die Trauer kann lange anhalten, doch mit etwas Hilfe lässt sich irgendwann ein neuer Anfang anstreben.

Plötzlicher Kindstod
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Der plötzliche Kindstod ist für alle Eltern eine grauenhafte Vorstellung. Mit den Informationen von BabySOS kannst du das Risiko verringern und dein Baby beschützen.
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BabySOS
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