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Sonnenbrand – Schütze dein Baby

von | Jul 18, 2019

Sonnenbrand kann Schmerzen verursachen und ist eine gesundheitliche Belastung für dein Kind. Auch die Spätfolgen von zu viel Sonneneinstrahlung sind teilweise gravierend. Lies, wie du Sonnenbrand beim Baby behandelst und Hautschädigungen vorbeugst.

Was ist ein Sonnenbrand?

Sonnenbrand ist eine Ausprägung der Sonnenallergie, bei dem die Haut durch Soneneinstrahlung geschädigt wird und eine Hautreaktion zeigt. Er äußert sich durch eine Rötung der Haut, starker Sonnenbrand kann zusätzlich Blasen und Quaddeln verursachen und Schmerzen bereiten. Nach Abheilen eines Sonnenbrandes schält sich die Haut an den geschädigten Stellen. Mediziner bezeichnen den Sonnenbrand auch als UV-Erythem oder Erythema solare, häufiger jedoch als Dermatitis solaris oder akute Lichtdermatose.

Wie entsteht Sonnenbrand? – Ursachen

Sonnenbrand entsteht, wenn im Sonnenlicht enthaltene UVA-Stahlung und UVB-Strahlung in die Hautschichten eindringt und die dortigen Zellen schädigt. UV-Strahlung ist vor allem für Babys gefährlich, da deren Haut noch nicht über einen eigenen Schutzmechanismus verfügt. Babyhaut ist dünn und besitzt noch zu wenige eigene Pigmente, die als natürliches Schutzschild wirken könnten. Die Haut verbrennt regelrecht unter der eindringenden UV-Strahlung.

Ist Sonnenbrand gefährlich?

Ein leichter Sonnenbrand ist bei Erwachsenen im ersten Moment nicht gefährlich. Bei wiederholtem Sonnenbrand können jedoch irreparable Hautschädigungen wie Narbenbildung als Langzeitfolgen auftreten. Eine derartige Hautschädigung zählt auch zu den Risiken, die die Entwicklung von Hautkrebs begünstigen.

Diese Angaben gelten für Erwachsene, bei Babys treten Schäden viel schneller auf. Dazu kommt häufig eine Austrocknung, sogenannte Dehydration, die Körper und Haut zusätzlich belastet. Bedenkt man auch, dass die Babyhaut noch mitwächst und ein Leben lang „halten“ muss wird klar, warum eine Schädigung der Haut im frühen Kindesalter als Hauptgrund für die Entwicklung von Hautkrebs gilt.

Zudem ist ein Sonnenbrand oft ein Symptom für einen zu langen Aufenthalt in der Sonne und kann Vorbote für einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag sein. Dann wird es richtig gefährlich für dein Baby.

Als Mutter oder Vater solltest du einen Sonnenbrand daher nicht unterschätzen.

Wie erkenne ich Sonnenbrand? – Symptome

In erster Linie zeigen sich bei Sonnenbrand Beschwerden in Form von deutlich geröteter Haut. Bei Baby und Kind betrifft das vor allem Gesicht, Arme und Beine. Diese Bereiche sind am häufigsten der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt. Nicht selten kommen Brandblasen in Form von Quaddeln auf den entzündeten Hautstellen hinzu. Die Haut fängt zudem an zu brennen oder zu jucken.

Sonnenbrand wird in verschiedene Grade unterteilt. Wichtig hierbei ist, dass ein extremer Sonnenbrand als Verbrennung gezählt wird. Leichte Rötung ist Verbrennungsgrad Eins, mit Blasenbildung spricht man von Vrbrennungsgrad zwei.

Baby vor Sonnenbrand schützen – Vorbeugung

Den Sonnenbrand beim Kind zu vermeiden ist die wichtigste Aufgabe für dich als Mutter oder Vater. Für die Verbeugung genügen schon einfache Maßnahmen:

Schütze den Kopf vor Sonne

Wähle eine passende Kopfbedeckung für dein Kind. Eine Mütze oder Haube sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein und zudem ausreichend Schatten im Gesicht spenden.

Meide die Sonne

Kinder unter einem Jahr sind grundsätzlich keiner direkten Sonnenstrahlung auszusetzen. Die Haut ist zu empfindlich und schon kurze Zeiten in der Sonne können Beschwerden verursachen. Da du dein Kind schlecht im dunkeln einsperren kannst (bitte nicht machen!), wird es immer wieder mit UV-Strahlung konfrontiert. Die Dosis, die es auf diese Art abbekommt, ist schon genug für deinen kleinen Schatz.

Ziehe dein Baby richtig an

Die richtige Kleidung kann dein Kind enorm schützen. Dünne, langärmlige Oberteile und Hosen aus feinem Leinen oder Baumwolle bedecken die Haut deines Schatzes und bieten somit einen idealen Sonnenschutz

Viel Trinken

Flüssigkeit hilft der Haut, sich zu regenerieren. Gib deinem Kind im Sommer viel Wasser, damit vermeidest du auch eine Dehydration. Wie viel dein Kind trinken sollte, erfährst du hier.

Sonnencreme fürs Baby?

Bei Erwachsenen variiert das Risiko für einen Sonnenbrand je nach Selbstschutz der Haut, mit Sonnencreme kann dieser Schutz verstärkt werden. Die Dauer, die Erwachsene sich gefahrlos in der Sonne aufhalten können, steigt somit, wenn sie Sonnencreme verwenden. Babyhaut kann sich jedoch noch nicht selbst schützen, daher bringt auch eine Creme nicht wirklich viel. Da hilft nur, dass du dein Baby aus der Sonne raus hältst.

Keine Sonnencreme bei Neugeborenen!

Bei Babys über einem Jahr und Kleinkindern kannst du eine Sonnencreme verwenden. Ihre Haut ist schon recht weit entwickelt und die Risiken einer Hautschädigung sind etwas geringer als bei Säuglingen. Empfohlen wird ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Die im Handel erhältlichen Sonnenschutzprodukte für Babys sind oft sogenannte Sunblocker und bieten einen Lichtschutzfaktor von 50+.

Die Auswahl an Sonnencremes ist sehr groß und für Eltern oft schwierig. Mehr Informationen über den Schutz mit Cremes erfährst du im Artikel Sonnencreme fürs Baby.

Sobald du eine Creme oder Salbe nutzt, um die Babyhaut nach Kontakt mit der Sonne mit Feuchtigkeit zu versorgen, solltest du eif Inhaltsstoffe achten. Nur wenige Varianten an Cremes basieren sind auf rein natürlichen Stoffen. Grundsätzlich kannst du dich entscheiden zwischen chemischen und mineralischen Sonnenschutzprodukten.

Auf Parfüm, Farbstoffe und Konservierungsstoffe wird in hochwertigen Babyprodukten bereits verzichtet. Vor allem Bioläden und Reformhäuser führen Produkte mit wenig metallischen Zusätzen, die oft auch ohne Aluminium auskommen. Verwendest du Sonnencreme, so sollte diese regelmäßig und reichlich aufgetragen werden.  

Was hilft gegen Sonnenbrand beim Baby? – Behandlung

Die Maßnahmen zur Vorbeugung von Sonnenbrand lassen sich auch für dessen Behandlung verwenden. Mit folgenden Tipps behandelst du Sonnenbrand bei deinem Kind:

Das Kind aus der Sonne bringen

Zuerst solltest du dein Kind unverzüglich in schattige Räume bringen. Die Unterbrechung der Sonneneinstrahlung stellt die erste wichtige Maßnahme dar.

Flüssigkeit geben

Babys können leichter dehydrieren als Erwachsene und größere Kinder. Sorge deshalb für eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr, auch um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen.Wie viel dein Kind mindestens trinken muss, erfährst du in unserem Artikel Hitzewelle: Wie viel Wasser braucht dein Baby?  

Das Kind kühlen

Als nächstes solltest die betroffenen Hautareale kühlen. Aber Vorsicht: Kühle dein Kind nicht zu stark ab und auf keinen Fall großflächig! Ein Temperaturwechsel auf zu niedrige Temperaturen belastet den Kreislauf, es besteht die Gefahr für Kreislaufbeschwerden.

Hausmittel gegen Sonnenbrand – kühlende Umschläge

Die am besten geeigneten Hausmittel gegen Sonnenbrand sind kühlende Umschläge mit

  • Quark
  • Ringelblume oder
  • Aloe Vera Gel.

Diese natürlichen Substanzen enthalten keine Schadstoffe und schädigen die Haut deines Babys nicht. Sie kühlen die Verbrennung und führen der Haut zugleich Feuchtigkeit zu. Diese Umschläge kannst du übrigens auch bei dir verwenden, wenn du einen Sonnenbrand behandeln möchtest.



Mit Sonnenbrand zum Arzt?

Wenn die Haut leicht gerötet ist, musst du mit deinem Kind nicht unbedingt zum Arzt. Halte dich an unsere Tipps, mache kühlende Umschläge mit Quark und du wirst sehen, dass die Beschwerden schnell verschwinden.

Bei Verbrennungen zweiten Grades mit Brandblasen besteht jedoch Infektionsgefahr. Zudem hat dein Kind Schmerzen. Bemerkst du diese Symptome bei deinem kleinen Schatz, solltest du mit deinem Baby oder Kleinkind unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. Gleiches gilt auch bei eintretenden Kreislaufbeschwerden. Der Arzt wird sich die Haut genauer ansehen und eine wirkungsvolle Therapie einleiten.

Wenn der Sonnenbrand sehr stark ist und auch am Kopf auftritt, ist ein Sonnenstich oft nicht fern. Auch dem Hitzschlag muss vorgebeugt werden. Sobald Fieber auftritt, ist der Gang zum Arzt dringend notwendig.

Auf der Übersichtsseite "Sommerzeit mit Baby" findest du Artikel rund um die Bedürfnisse deines Säuglings speziell im Sommer. Schau mal rein und entdecke unsere anderen Themen für dich und deinen Säugling.

Hier gehts zur Übersichtsseite "Sommerzeit mit Baby"

 

 

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Quellenangabe:

Wir recherchieren die auf BabySOS zur Verfügung gestellten Informationen sorgfältig in verschiedenen Quellen. Unser Anliegen dabei ist es, dir Infos verständlich und ohne „Ärzte-Deutsch“ zur Verfügung zu stellen.

Für diesen Artikel wurden, neben dem Fachgespräch mit unserer Hebamme, verschiedene schriftliche Quellen genutzt, darunter:

  • Babys erstes Jahr: Essen, Schlafen, Pupsen – Baby Entwicklung und Erziehung; Ulrike Steiner, Independently Published, 2018
  • Baby-Entwicklung: so fördern Sie Ihr Kind in den ersten 24 Monaten; Claire Halsey, München Dorling Kindersley, 2011
  • Baby Entwicklung – Erziehung und Entwicklung im ersten Jahr
  • Guter Hoffnung – Hebammenwissen für Mama und Baby Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung
  • Hebammen-Gesundheitswissen; Silvia Höfer, Nora Szasz, München GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH 2012
  • Berthold Koletzko (Hrsg.), Kinder- und Jugendmedizin, 14. Auflage, Springer Medizin, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013.
  • Hans G. Schlack, Motorische Entwicklung im frühen Kindesalter, 2012. Verfügbar unter: https://www.kita-fachtexte.de/uploads/media/KiTaFT_SchlackIII_MotEntw_2012.pdf, abgerufen am 13.02.2018.
  • Berthold Koletzko (Hrsg.), Kinder- und Jugendmedizin, 14. Auflage, Springer Medizin, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013.
  • Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut, https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html
Sonnenbrand - Schütze dein Baby
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Sonnenbrand - Schütze dein Baby
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Die Haut deines Babys ist empfindlich, schütze sie! So vermeidest du Sonnenbrand bei deinem Kind und behandelst Verbrennungen, wenn es doch mal passiert.
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BabySOS
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