Probleme beim Stillen

von | Aug 31, 2018 |

Natürlich wünschen wir dir, dass nach der anstrengenden Geburt erst einmal alles nach Plan läuft. Leider kann es jedoch dazu kommen, dass du Probleme beim Stillen hast. Das muss jedoch kein Grund dafür sein, dein Baby nicht mehr zu stillen.

Es gibt viele verschiedene Probleme, die auftreten können. Hier geben wir dir eine kleine Übersicht und auch, wie du diesen Stillproblemen vorbeugen kannst, bevor es überhaupt so weit kommt.

 

Wie verhindere ich Probleme beim Stillen?

? Bereite dich schon während der Schwangerschaft darauf vor, dein Kind zu stillen

? Suche dir eine gute Begleitung, die dich unterstützt und positiv beeinflusst

Probleme beim Stillen vermeiden

Probleme beim Stillen vermeiden

? Nach der Geburt solltest du nach Möglichkeit engen Hautkontakt mit deinem Baby haben, den du bis zum ersten Stillen nicht unterbrichst

? Du solltest aufpassen, dass du dein Baby richtig an die Brust anlegst

? Wechsele immer wieder die Stillposition

? Du solltest uneingeschränkten Kontakt zu deinem Kleinen haben. Das heißt, dein Kind sollte die meiste Zeit bei dir sein und nicht weit weg in einem Babyzimmer oder woanders (das heißt nicht, dass du es nicht zur Sicherheit dort kurz unterbringen kannst, wenn du auf die Toilette musst)

? Stille dein Baby nach Bedarf und nicht nach vorgegebenen Zeiten. Du und dein Zwerg wissen am besten, wann ihr stillen solltet

? Binde auch den Vater deines Sprößlings in die Betreuung ein (nein, er muss nicht selbst stillen)

Einen Großteil der Probleme kannst du schon verhindern, indem du diese Tipps beherzigst. Allgemeine Tipps und Tricks zum Stillen, kannst du hier nachlesen.

 

Schüttelfrost und Fieber beim Milcheinschuss

Bei manchen Frauen führt der Milcheinschuss zu Beginn zu Schüttelfrost und Fieber. Sollte das bei dir der Fall sein, musst du dir keine Sorgen machen. Durch die großen Umstellungen in deinem Körper, kann das schon einmal passieren. Allerdings sollte das nach etwa 24 Stunden wieder vorbei sein, da sich dein Körper an die Veränderungen gewöhnt. Wenn es dir nicht bald wieder besser geht, solltest du dich an einen Arzt oder deine Hebamme wenden.

 

Hilfe bei geschwollenen Brustdrüsen

Nach zwei bis fünf Tagen beginnt der Milcheinschuss. Bei den meisten Müttern findet das am dritten Tag nach der Geburt statt. Manche nennen das auch Milcheinfluss, da das weniger rabiat klingt. Die Folgen des Milcheinschusses sind:

?Deine Brüste fühlen sich wärmer an

? Sie schwellen an

Dieses Anschwellen und Erwärmen der Brüste kann, wie oben schon erwähnt, zu erhöhter Temperatur oder Fieber führen.

Viele Mütter haben Angst vor dem Milcheinschuss und verwechseln es häufig mit einem Milchstau oder sogar einer Brustentzündung. Im Fachjargon nennt man das deshalb eher „initiale Brustdrüsenschwellung“. Das klingt nicht ganz so schlimm und ist auch eine genauere Bezeichnung davon, was wirklich passiert.

 

Warum schwellen meine Brustdrüsen an?

Baby-Punk an der Brust

Baby-Punk an der Brust

Beim Milcheinschuss schießt nicht nur die Milch in die Brust. Deine Brustdrüsen werden durch die Milchbildung stärker durchblutet, da in den Brüsten ja auf einmal Veränderungen vor sich gehen. Blut und auch Lymphe fließen in die Brust und vergrößern sie dadurch.

Dein Körper hat schon während der Schwangerschaft damit begonnen, das Hormon Prolaktin zu bilden. Dieses Hormon ist für die Brustdrüse verantwortlich und steuert somit, ob und wie deine Brust wächst, und auch die Milchproduktion.

Da die Prolaktinbildung unbehindert weitergeht, bildet deine Brust Milch. Allerdings macht die Milch dann nur etwa ein Drittel der Schwellung aus.

Vielleicht fragst du dich, wieso deine Brüste so viel Milch produzieren, wenn du nur ein Kind bekommen hast. Das ist eigentlich ganz einfach. Die Kommunikation deines Körpers an deine Brustdrüsen lautet nur, dass Milch produziert werden muss. Wie viele Kinder dann tatsächlich kommen, weiß deine Brust nicht. Und um zu verhindern, dass am Ende zu wenig Milch für alle da ist, wird lieber erst mal zuviel hergestellt. Doch keine Sorge, das pendelt sich nach ein paar Tagen ein. Um Stillproblemen, wie Milchmangel, vorzubeugen, solltest du auf keinen Fall deshalb weniger stillen, da das die Milchbildung zu stark hemmt.

 

Bei einer Milchdrüsenschwellung unbedingt die Brust leeren

Es ist wichtig, dass du, wenn du eine Brustdrüsenschwellung hast, dein Kleines dennoch stillst, oder zumindest von Hand abpumpst. Solltest du eine starke Brustdrüsenschwellung haben, solltest du das mit deiner Hebamme oder einem Arzt unbedingt abklären, damit du später keine Probleme beim Stillen hast. Eine leere Brust wird sich auch angenehmer anfühlen, da sie prall deutlich mehr Schmerzen verursacht.

Vielleicht kennst du die Regel, dass umso mehr Milch produziert wird, je mehr du deinen kleinen Wonneproppen stillst. Das trifft nicht zu, wenn du eine Brustdrüsenschwellung hast! Später kannst du dich jedoch auf diese Regel zur Milchbildung verlassen.

 

Probleme beim Stillen durch Milchstau und Mastitis

Eine Brustdrüsenschwellung solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Frage lieber einmal zu oft nach als einmal zu wenig. Hebammen und Ärzte sind dafür ausgebildet, dir zu helfen, wenn du Probleme beim Stillen hast.

Wenn deine Brustdrüsenschwellung nicht ausreichend versorgt wurde, kann sie sich in einen Milchstau verwandeln und dieser dann zu einer Mastitis werden. Eine Brustentzündung wie die Mastitis tritt in den ersten zwei Wochen jedoch selten auf.

Die Übergänge zwischen einer Brustdrüsenschwellung, einem Milchstau und einer Mastitis können fließend sein.

Probleme beim Stillen: Milchstau

Solltest du tatsächlich einen Milchstau bekommen, passiert das meistens in der dritten oder vierten Woche. Vielleicht musst du dich zu Hause jetzt wieder alleine um alles kümmern, weil dein Partner wieder arbeiten geht oder deine Eltern wieder heimgefahren sind. Das kann ein Auslöser für Schmerzen und andere Probleme beim Stillen sein, muss es aber nicht. Grundsätzlich kann so etwas jederzeit passieren.

Du brauchst davor jedoch keine Angst zu haben!

Solltest du keine Hebamme mehr haben, die dir in dieser Zeit regelmäßig zur Seite steht, kannst du trotzdem um Hilfe bitten. Du kannst ohne Rezept vom Arzt ganze acht Stillberatungen in Anspruch nehmen. Solltest du dennoch Probleme haben, kannst du dich hierbei auch an deinen Arzt wenden, der dich unterstützen und an die entsprechenden Stellen verweisen wird, wenden.

 

Symptome bei einem Milchstau

Nicht nur deine Brust ist bei einem Milchstau betroffen. Neben den Schmerzen kannst du dich krank fühlen und Symptome haben, die du im ersten Moment nicht mit einem Milchstau in Verbindung bringen würdest.

Dazu zählen:

? Erhöhte Temperatur (Fieber)

? Kopf- und Gliederschmerzen

? Leichter Schüttelfrost

Diese Symptome müssen jedoch nicht zutreffen.

 

Ursachen eines Milchstaus

Normalerweise hast du einen Milchstau nur in einer Brust. Auch diese Brust ist meistens nur teilweise betroffen. Die betroffene Stelle fühlt sich hart an und tut auch weh, wenn du sie anfasst. Sie ist oft leicht gerötet und fühlt sich wärmer an als der Rest.

Zu den Gründen, die einen Milchstau verursachen können, gehören:

? Immer die gleiche Stillposition

Es mag banal klingen, aber wenn du deine Stillposition nie veränderst, kann es passieren, dass du deine Brust nicht komplett leerst. Dein Baby wird sehr wahrscheinlich gerade am Anfang nicht immer deine komplette Brust leertrinken. Das macht überhaupt nichts. Wenn du die Stillpositionen wechselst, kannst du dafür sorgen, dass aber immer unterschiedliche Bereiche in der Brust nicht ganz leer werden. Wenn immer der gleiche Bereich nicht geleert wird, kann es zu einem Milchstau führen.

? Du stillst nicht oft genug

Es ist eigentlich ein Grund zur Freude, wenn dein Würmchen endlich nachts durchschläft, aber für deine Brust kann das nicht unbedingt die beste Lösung sein. Wenn du zu große Abstände zwischen dem Stillen hast, kann es zu einem Milchstau kommen. Um das zu verhindern, musst du dein Kleines aber nicht nachts wecken. Wenn es unangenehm wird, kannst du die Milch auch von Hand abpumpen um Probleme beim Stillen durch Stauung der Milch zu vermeiden.

? Dein BH ist zu eng

Dauerhafter Druck auf die Brust kann unangenehm sein. Nicht nur durch zu kleine BHs kann ein Milchstau verursacht werden; auch wenn du zu enge Kleidung trägst oder beim Stillen mit dem Finger Druck auf die Brust ausübst (weil du vielleicht die Nase deines Babys freihalten möchtest), kann es dazu kommen.

? Starke körperliche oder seelische Belastung

Wie bei vielem im Leben, kann eine solche Belastung sich auch auf deine Brust auswirken. Wenn du zu viel um dich herum hast, kann der sogenannte Milchspendereflex beeinträchtigt werden. Wenn du Angst davor hast, einen Milchstau zu bekommen, solltest du auf jeden Fall für Ruhe um dich herum sorgen.

? Talgpfropfen im Milchgang

Was zu ist, ist zu. Aber keine Sorge, weiter unten kannst du lesen, was du dagegen tun kannst.

 

Was tun gegen Milchstau?

Wenn du weißt, warum du einen Milchstau hast, kannst du etwas dagegen tun. Ist der Milchstau einmal behoben, macht das Stillen gleich weniger Probleme.

Stillen - Künstlerische Darstellung

Stillen – Künstlerische Darstellung

? Leere deine Brust, wo es weh tut

Es ist ganz wichtig, dass du die Milch aus den Bereichen an der Brust abpumpst oder an dein Kind verfütterst, die sich hart anfühlen und Schmerzen bereiten. Wenn du dein Baby stillen möchtest, solltest du darauf achten, dass das Kinn deines Kleinen an der betroffenen Stelle anliegt, damit es mit dem Kinn den entsprechenden Bereich massiert. Für eine genauere Hilfe, wie du dein Kind in diesem Fall anlegen solltest, wende dich am besten an eine Hebamme.

? Feuchte Wärme bevor du dein Baby stillst

Bevor du dein Kind stillst, solltest du die harte Stelle mit beispielsweise einem warmen Waschlappen wärmen. Da kannst du dann noch ein Handtuch drüberlegen.

? Sanftes Massieren

Während du dein Kind stillst, kannst du von der harten Stelle vorsichtig in Richtung Brustwarze massieren. Du solltest sie vorher aber sanft mit zwei Fingern schütteln, damit sich alles ein wenig auflockert und es nicht noch mehr Schmerzen verursacht.

? Kühlen

Mit Quark- oder Weißkohlumschlägen um deine Brust kannst du sie kühlen. Das solltest du etwa zwanzig Minuten lang nach dem Stillen tun, damit die Schmerzen nachlassen.

? Ausruhen

Ganz wichtig: Ruhe dich aus! Aber: Damit ist nicht deine Brust gemein. Du solltest dein Baby dennoch stillen. Da das sehr anstrengend für dich und deinen Körper ist, solltest du dir in dieser Zeit nicht so viel anderes zumuten, bis es dir wieder besser geht.

 

Probleme beim Stillen: Mastitis

 

Ursachen einer Mastitis

Solltest du einen Milchstau gehabt haben, ohne ihn zu behandeln, kann es passieren, dass er sich zu einer Mastitis entwickelt. Genauere Gründe der Brustentzündung sind:

? Dauerhaft deutlich mehr Milch in der Brust als Platz ist

Zu viel Milch in der Brust wird in das umliegende Gewebe gedrängt. Das führt dazu, dass sich das Immunsystem einschaltet, da es denkt, dass es etwas bekämpfen muss. Somit entsteht eine Brustentzündung.

? Risse an der Brustwarze

Durch sogenannte Rhagaden, Risse, können Keime in den Körper eindringen und eine Mastitis verursachen.

? Eisenmangel oder Überlastung

Wie schon oben erwähnt, kannst du Probleme beim Stillen bekommen, wenn du dir zu viel aufhalst. Doch auch Eisenmangel kann eine schlechte Abwehr von Infekten bewirken. Das passiert meistens erst nach einigen Wochen.

 

Symptome einer Mastitis

Die Symptome einer Mastitis unterscheiden sich zu denen bei einem Milchstau kaum. Allerdings kann das Fieber deutlich höher und die Schmerzen stärker sein. Solltest du eine Mastitis haben oder vermuten, musst du dich unbedingt an einen Arzt oder eine Hebamme wenden, damit ihr gemeinsam überlegen könnt, was ihr macht.

 

Was tun bei Mastitis?

Du solltest alles beachten, was du auch bei einem Milchstau tun solltest. Allerdings gibt es bei einer Mastitis noch zusätzlich ein paar Maßnahmen, die du ergreifen solltest.

? Absolute Bettruhe!

Solltest du hohes Fieber haben, wirst du es wahrscheinlich von alleine tun, aber du solltest auf jeden Fall im Bett bleiben. Wenn du dich zu viel bewegst, verteilen sich die Keime schneller im Körper und es dauert länger, bis es dir wieder besser geht.

? Leere deine Brust etwa alle zwei Stunden

Auch wenn es dir Schmerzen bereitet, solltest du am besten dein Kind stillen. Sollte das nicht gehen, solltest du deine Brust von Hand leeren. Wichtig ist, dass du genügend Milch ablässt.

? Stillverträgliches Antibiotikum

Wenn es dir nach 24 Stunden noch nicht besser geht oder deine Symptome am Ende noch schlimmer werden, kann dir dein Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Du solltest unbedingt darauf achten, dass es dafür geeignet ist, dass du weiterhin stillen kannst.

? Trinken

Du solltest auf keinen Fall weniger trinken als sonst. Gerade, wenn du Fieber hast, ist es wichtig, dass du genug Flüssigkeit zu dir nimmst. Wenn du viel trinkst, wird auch deine Brust „durchgespült“.

? Schmerzmittel

Sollte es wegen der Schmerzen gar nicht anders gehen, kannst du deinen Arzt um ein Schmerzmittel bitten. Denke auch hier daran, dass es beim Stillen genommen werden darf.

? Hilfe im Haushalt

Du brauchst Bettruhe! Das heißt auch, dass du in dieser Zeit keinen Haushalt schmeißen kannst. Sollte dein Partner oder andere Familienmitglieder keine Zeit dafür haben, kann dir dein Arzt auch eine Haushaltshilfe für die Zeit verschreiben.

 

Nebeneffekte bei einer Mastitis

Solltest du trotz einer Mastitis dein Kind weiter stillen: Chapeau!
Allerdings kann es sein, dass dein Baby dann nicht mehr richtig mitmacht. Durch die Mastitis kann die Milch salzig schmecken, weshalb sie deinem Kleinen vielleicht nicht mehr schmeckt. Dadurch ergibt sich ein ganz anderes Problem beim Stillen: Dein Baby verweigert die versalzene Milch! In diesem Fall solltest du ihm die andere Brust geben und die betroffene Brust ein paar Tage abpumpen.

 

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Stillen ist einfach? Nicht immer, aber wir helfen! Lies bei BabySOS, was du bei Milchstau, Mastitis und allgemeinen Problemen beim Stillen tun kannst!
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