Stillen leicht gemacht

von | Okt 30, 2018

Die Geburt deines Babys steht kurz bevor, oder du hast sie gerade hinter dir? Dann herzlichen Glückwunsch! Doch was nun? Jeder weiß, dass man als Mutter sein Kind stillen kann und dass man das mit seinen Brüsten tut, aber wenn es dann so weit ist, kommen vielleicht doch ein paar Fragezeichen. Doch keine Sorge, wir helfen dir mit vielen Infos zum Stillen weiter!

 

Stillen ja, aber ab wann?

So klappt das Stillen problemlos

Noch immer hält sich das Gerücht, dass man mit dem Stillen etwa 24 Stunden nach der Geburt warten soll, doch das ist falsch.
Du kannst dein Baby sofort stillen, wenn du und dein Kind das möchten. Ein spontan, also natürlich, geborenes Baby sucht nach der Geburt direkt nach der Brust. Das kannst du sogar testen, indem du dein Baby auf deinen Bauch legst. Es wird den Weg zur „Milchbar“ von ganz alleine finden!

Allerdings setzt der Milcheinschuss noch nicht sofort ein. Das dauert meist ein paar Tage. Bis dahin kommt das sogenannte Kolostrum. Kolostrum ist die Vormilch oder auch Erstmilch. Sie hat meist eine leicht gelbliche Form und kann auch etwas Blut enthalten. Es hat eine leicht abführende Wirkung, damit dein Baby das Mekonium ausscheidet. Das, auch als Kindspech bezeichnete, schleimige Etwas, ist kein richtiges Verdauungsprodukt. Dein Baby hat ja wahrscheinlich noch nicht richtig gegessen.

Das Mekonium ist eine Mischung aus Resten der Schleimhäute, eingedickter Galle und, gemeinsam mit dem Fruchtwasser geschluckten, Haaren und Hautzellen.

Es wird in der Regel zwischen den ersten 24 und 48 Stunden ausgeschieden. Wenn das nicht der Fall sein sollte, deutet es auf einen Darmverschluss hin, den du nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest.

Das Kolostrum ist sehr proteinhaltig und hat weniger Fett als die „richtige“ Milch, die dein Körper später produzieren wird.

 

Warum soll ich überhaupt stillen?

Auch das ist eine Frage, die sich viele Mütter heutzutage stellen. Es gibt doch mittlerweile viele Produkte zu kaufen, immer speziell auf das Alter deines Kleinen angepasst.

Die Muttermilch ist für dein Kind immer die beste Nahrung. Es ist eine optimale Mischung aus den benötigten Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, Vitaminen, Mineralstoffen und Abwehrstoffen.

Doch nicht nur das. Sie hat den Vorteil, immer die richtige Temperatur zu haben und vor allem ist sie jederzeit dabei. Als stillende Mutter wirst du niemals das Problem haben, kein Fläschchen für dein Kleines bereitzuhaben!

Dazu kommt, dass du mit deinem Zwerg einen engen Hautkontakt beim Stillen hast. Das ist unheimlich wichtig für eure Bindung. Es fördert die gesunde Entwicklung deines Kindes und du schenkst deinem Baby deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Außerdem ist so klar, dass du immer in der Nähe deines Kleinen bist. Das schafft Vertrauen!

Wenn wir jetzt noch genauer auf die Gesundheit gucken, sehen wir, dass es auch für die Kiefer- und spätere Zahnentwicklung gut ist. Dadurch, dass es ordentlich saugt, entstehen starke Lippen-, Kiefer- und Zungenmuskeln. Wir haben doch alle das Bild eines gut genährten Stillbabys vor Augen, dass eine so große Backenmuskulatur hat, dass es kaum noch die Augen öffnen kann!

Doch nicht nur für dein Kind ist das Stillen gut. Es gibt Studien, die besagen, dass stillende Mütter ein geringeres Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Na, wenn das mal kein Argument ist!

 

Ich stille, aber mein Kind nimmt ab!

Das ist völlig normal!

Es ist absolut natürlich, dass ein Baby in den ersten Tagen bis zu 10% seines Gewichts abnimmt. Das hat absolut nichts damit zu tun, dass du stillst und deine Milch möglicherweise nicht fetthaltig genug ist. Normalerweise nimmt dein Kind das alles in den nächsten zwei Wochen wieder zu.

 

Tipps und Tricks zum Stillen

Damit dir das Stillen so leicht wie möglich fällt und du unnötige Probleme vermeiden kannst, haben wir dir ein paar Tipps und Tricks zum Stillen zusammengefasst:

Lass dir Zeit!

Wenn du dir Zeit nimmst und dich nicht stresst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dein Kind problemlos stillen kannst. Es ist klar, dass ihr euch erst einmal einspielen müsst. Mit viel Ruhe und Unterstützung kann euch fast alles gelingen!

Halte dich warm

Du wirst es vielleicht schon gemerkt haben, aber deine Brüste sind im Moment extrem temperaturempfindlich. Deshalb solltest du deinen Oberkörper warm halten und vor Luftzug schützen, auch im Sommer. Wenn du nicht aufpasst, können sich deine Brüste sonst entzünden.

Das richtige Anlegen

Es gibt nicht DIE richtige Position. Im Gegenteil. Es gibt ganz viele verschiedene Stillpositionen, gerade bei Milchstau solltest du darauf achten. Aber du solltest gucken, dass dein Baby nicht nur die Brustwarze, sondern auch den ganzen Vorhof in den Mund nimmt. Die Brustwarze sollte den hinteren, weichen Teil des Gaumens berühren. Wenn sie weiter vorne im Mund deines Babys ist, kann es sein, dass es sie aufbeißt, denn dazu benötigt es keine Zähne. Um diese schmerzhafte Erfahrung zu vermeiden, solltest du immer genau hinsehen. Zudem sollte sich dein Baby mit dem kompletten Körper an dich schmiegen.

Wenn durch einen Milchstau schon eine Verhärtung in der Brust entstanden ist, ist es sinnvoll, dass das Baby beim Stillen mit dem Unterkiefer auf diese Stelle drückt. Dadurch löst sich der Stau oft auf.

Bringe dich in Position

Stillen im Liegen - Entspannte Haltung für Mutter und Kind

Stillen im Liegen – Entspannte Haltung für Mutter und Kind

Wichtig: Nicht du kommst mit der Brust zum Baby, sondern dein Baby zu dir. Das klingt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber du musst dein Kind eine ganze Weile stillen. Wenn du dich zu deinem kleinen Sonnenschein beugst, wirst du über kurz oder lang mit Rückenschmerzen und anderen Verspannungen zu kämpfen haben. Setze dich bequem hin und polstere dann das Baby so, dass es ohne Verrenkungen an die Brust gelangen kann. Hilfreich kann dabei ein Stillkissen oder auch ein ganz normales Kissen sein.

Mit ein bisschen Übung kann man das Baby z.B. nachts auch im Liegen stillen und dabei weiter dösen.

Wechsel die Brust regelmäßig

Du solltest deinem Baby immer beide Brüste geben. Gerade zu Beginn lässt sich sagen, dass du etwa alle 15 Minuten die Brust wechseln solltest. Damit beugst du einer Brustentzündung vor, denn auch dein Körper muss sich erst einmal daran gewöhnen. Mit der Zeit kannst du das natürlich verlängern. Sollte dein Kind später sehr oft trinken wollen (beispielsweise jede Stunde), solltest du die Zeit mit etwas Fencheltee strecken. Da dein Baby alle Stunde wahrscheinlich nur sehr wenig trinkt, bekommt es so fast nur Vormilch zu trinken. Die ist nicht sehr fetthaltig und kann abführend wirken (zu viel davon macht dann Bauchweh). Es dauert eine Weile, bis die „richtige“ Milch kommt, weshalb dein Kind schon länger als ein paar Minuten trinken sollte. Wenn sich deine Brüste daran gewöhnt haben, bietet es sich deshalb an, erst eine Brust „komplett zu trinken“, bevor du die zweite gibst. Wenn du über einen längeren Zeitraum stillst, wird sich das von ganz alleine einpendeln. Viele Mütter geben später auch nur noch eine Brust pro „Mahlzeit“. Zu Beginn solltest du deine Brustwarzen jedoch langsam an die neue Aufgabe gewöhnen.

Wie auch oben schon die Luftzüge genannt, kann Feuchtigkeit zu Entzündungen führen. Solange bei deinen Brüsten Milch ausläuft, solltest du waschbare Stilleinlagen in den BH legen. Diese sollten optimalerweise aus Wolle oder Seide sein. Es gibt aber auch gute Einwegprodukte, die das lästige Waschen sparen. Wenn die Einlagen nass sind, solltest du sie zügig wechseln. Am besten ist es natürlich, wenn du deine Brustwarzen nach dem Stillen an der Luft trocknen lässt. Etwas Muttermilch auf der Brustwarze antrocknen lassen, soll gegen schmerzende Brustwarzen helfen, bzw. ihnen vorbeugen.

Hol dir Hilfe, wenn du sie benötigst

Klar, du denkst dir sicherlich, wie dir andere Menschen dabei helfen sollen, wenn du Probleme dabei hast, dein Kind zu stillen. Es gibt jedoch viele kompetente Hebammen oder Stillberater, die du um Hilfe bitten kannst und die mit dir gemeinsam auf die Suche nach den Ursachen für deine Probleme geht.

Die richtige Ernährung

Natürlich kannst du auch viel positiv beeinflussen, indem du dich richtig ernährst. Sieh am besten mal auf unserer Seite nach was du während der Stillzeit essen solltest.

 

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