Milchstau

von | Dez 8, 2018 |

Stillen: Baby an der Brust

Stillen: Baby an der Brust

Eine Brustdrüsenschwellung kann ganz schnell zu einem Milchstau führen. Geschwollene Brüste solltest du daher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sollten sich deine Brüste doch entzündet haben, informieren wir dich hier über die Ursachen, Symptome und Behandlung.

 

Was ist ein Milchstau?

Solltest du tatsächlich einen Milchstau bekommen, passiert das meistens in der dritten oder vierten Woche. Vielleicht musst du dich zu Hause jetzt wieder alleine um alles kümmern, weil dein Partner wieder arbeiten geht oder deine Eltern wieder heimgefahren sind. Das kann ein Auslöser für Schmerzen und andere Probleme beim Stillen sein, muss es aber nicht. Grundsätzlich kann so etwas jederzeit passieren.

Du brauchst davor jedoch keine Angst zu haben!

Solltest du keine Hebamme mehr haben, die dir in dieser Zeit regelmäßig zur Seite steht, kannst du trotzdem um Hilfe bitten. Du kannst ohne Rezept vom Arzt ganze acht Stillberatungen in Anspruch nehmen. Solltest du dennoch Probleme haben, kannst du dich hierbei auch an deinen Arzt wenden, der dich unterstützen und an die entsprechenden Stellen verweisen wird, wenden.

Symptome bei einem Milchstau

Nicht nur deine Brust ist bei einem Milchstau betroffen. Neben den Schmerzen kannst du dich krank fühlen und Symptome haben, die du im ersten Moment nicht mit einem Milchstau in Verbindung bringen würdest.

Zu den Symptomen bei einem Milchstau gehören:

  • Erhöhte Temperatur (Fieber)
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Leichter Schüttelfrost

Diese Symptome sind nur die typischsten. Es können auch können auch weitere dazu kommen oder einige gar nicht auftreten.

Ursachen eines Milchstaus

Normalerweise hast du einen Milchstau nur in einer Brust. Auch diese Brust ist meistens nur teilweise betroffen. Die betroffene Stelle fühlt sich hart an und tut auch weh, wenn du sie anfasst. Sie ist oft leicht gerötet und fühlt sich wärmer an als der Rest.

Zu den Gründen, die einen Milchstau verursachen können, gehören:

Eintönige Stillposition

Es mag banal klingen, aber wenn du deine Stillposition nie veränderst, kann es passieren, dass du deine Brust nicht komplett leerst. Dein Baby wird sehr wahrscheinlich gerade am Anfang nicht immer deine komplette Brust leertrinken. Das macht überhaupt nichts. Wenn du die Stillpositionen wechselst, kannst du dafür sorgen, dass aber immer unterschiedliche Bereiche in der Brust nicht ganz leer werden. Wenn immer der gleiche Bereich nicht geleert wird, kann es zu einem Milchstau führen.

Zu seltenes Stillen

Es ist eigentlich ein Grund zur Freude, wenn dein Würmchen endlich nachts durchschläft, aber für deine Brust kann das nicht unbedingt die beste Lösung sein. Wenn du zu große Abstände zwischen dem Stillen hast, kann es zu einem Milchstau kommen. Um das zu verhindern, musst du dein Kleines aber nicht nachts wecken. Wenn es unangenehm wird, kannst du die Milch auch von Hand abpumpen um Probleme beim Stillen durch Stauung der Milch zu vermeiden.

Zu enger BH

Dauerhafter Druck auf die Brust kann unangenehm sein. Nicht nur durch zu kleine BHs kann ein Milchstau verursacht werden; auch wenn du zu enge Kleidung trägst oder beim Stillen mit dem Finger Druck auf die Brust ausübst (weil du vielleicht die Nase deines Babys freihalten möchtest), kann es dazu kommen.

Starke körperliche oder seelische Belastung

Wie bei vielem im Leben, kann eine solche Belastung sich auch auf deine Brust auswirken. Wenn du zu viel um dich herum hast, kann der sogenannte Milchspendereflex beeinträchtigt werden. Wenn du Angst davor hast, einen Milchstau zu bekommen, solltest du auf jeden Fall für Ruhe um dich herum sorgen.

Talgpfropfen im Milchgang

Was zu ist, ist zu. Aber keine Sorge, weiter unten kannst du lesen, was du dagegen tun kannst.

Stillen - Künstlerische Darstellung

Stillen – Künstlerische Darstellung

Behandlung von Milchstau – Was kannst du tun?

Wenn du weißt, warum du einen Milchstau hast, kannst du etwas dagegen tun. Ist der Milchstau einmal behoben, macht das Stillen gleich weniger Probleme.

Leere deine Brust, wo es weh tut

Es ist ganz wichtig, dass du die Milch aus den Bereichen an der Brust abpumpst oder an dein Kind verfütterst, die sich hart anfühlen und Schmerzen bereiten. Wenn du dein Baby stillen möchtest, solltest du darauf achten, dass das Kinn deines Kleinen an der betroffenen Stelle anliegt, damit es mit dem Kinn den entsprechenden Bereich massiert. Für eine genauere Hilfe, wie du dein Kind in diesem Fall anlegen solltest, wende dich am besten an eine Hebamme.

Wärme die Brust vor dem Stillen auf

Bevor du dein Kind stillst, solltest du die harte Stelle mit beispielsweise einem warmen Waschlappen wärmen. Da kannst du dann noch ein Handtuch drüberlegen.

Massiere deine Brust

Während du dein Kind stillst, kannst du von der harten Stelle vorsichtig in Richtung Brustwarze massieren. Du solltest sie vorher aber sanft mit zwei Fingern schütteln, damit sich alles ein wenig auflockert und es nicht noch mehr Schmerzen verursacht.

Kühle die Entzündung

Mit Quark- oder Weißkohlumschlägen um deine Brust kannst du sie kühlen. Das solltest du etwa zwanzig Minuten lang nach dem Stillen tun, damit die Schmerzen nachlassen.

Gönne dir Ruhe

Ganz wichtig: Ruhe dich aus! Aber: Damit ist nicht deine Brust gemein. Du solltest dein Baby dennoch stillen. Da das sehr anstrengend für dich und deinen Körper ist, solltest du dir in dieser Zeit nicht so viel anderes zumuten, bis es dir wieder besser geht.