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Muttermilch – Zusammensetzung und Nährstoffe

von | Nov 7, 2019

Muttermuilch ist die erste Nahrung für dein Baby, Doch zuerst gibt es das Kolostrum. Welche Nährstoffe Kolostrum und muttermilch enthalten, erfährst du hier.

Was ist Kolostralmilch?

Die erste Milch, die dein Körper direkt nach der Entbindung produziert ist das sogenannte Kolostrum. Der Volksmund bezeichnet diese erste Milch auch als flüssiges Gold, denn es bietet eine hochkonzentrierte Menge an Proteinen und weiteren Nährstoffen für dein Neugeborenes. Zudem zeigt es eine gelb-goldene Farbe.

Eine frisch entbundene Mutter, die ihr Baby zum ersten Mal stillt, ist oft verwundert, dass es anfangs nur wenige Tropfen Muttermilch sind, die der Körper produziert. Wird mein Neugeborenes davon überhaupt satt? Diese Frage stellen sich viele Mütter. Und die Antwort ist leicht: Ja! Nur wenige Tropfen genügen. Die Inhaltsstoffe sind so nahrhaft, dass es dein Baby ausreichend versorgt. Zudem ist Kolostralmilch fettarm und leicht zu verdauen.

Welchen Zweck erfüllt Kolostralmilch?

Besonders wichtig ist diese erste Erstmilch für den Aufbau eines funktionierenden Immunsystems. Dein Kind wird durch Kolostrum effektiv vor Infektionen geschützt, da etwa zwei Drittel der Milch aus deinen weißen Blutkörperchen besteht. Sie bekämpfen fremde, feindliche Erreger und sorgen für die richtige Immunreaktion, indem sie im Blut deines Babys Antikörper bilden. Auch unterstützen die Inhaltsstoffe der Erstmilch die Entstehung einer gesunden Darmflora und reduzieren Bauchschmerzen und Durchfall bei deinem Kind.

Dabei nutzt dein Körper die Moleküle, die ihn selbst vor Krankheiten schützen. Antikörper die deinen Organismus gesund halten werden über dein Blut zur Brust transportiert und in die Kolostralmilch abgegeben. Darüber gelangen diese guten Zellen in den Körper deines Neugeborenen und lagern sich an der Darmschleimhaut an um dort schützend zu wirken und beim Aufbau einer eigenen Darmflora zu helfen.

Das Kolostrum beugt Gelbsucht vor

Ein weiterer Vorteil von dieser ersten Muttermilch ist ein verringertes Risiko für dein Baby an Neugeborenen Gelbsucht zu erkranken. Die Aufnahme von Kolostrum fördert die Darmtätigkeit deines Kindes. Ein häufiger Stuhlgang kann das Risiko an Neugeborenen-Gelbsucht zu erkranken deutlich verringern, da Abbauprodukte der Leber den Körper schneller verlassen können. Die Kolostralmilch sorgt dafür, dass der Stuhlgang früh in die Gänge kommt.

Das Kolostrum besteht aus vielen unterschiedlichen Zellen:

  • weiße Blutkörperchen
  • Antikörper
  • zahlreiche Proteine
  • Karotinoide und
  • Vitamin A.

Dieses ist wichtig für das sich entwickelnde Immunsystem, die Haut und vor allem für das Sehvermögen deines Kindes. Nach der Geburt ist der Vitamin-A-Spiegel deines Babys meist sehr niedrig. Die Gabe von Kolostrum kann diesen Mangel ausgleichen.

Weitere Inhaltsstoffe der Erstmilch:

  • Magnesium (gesund für Herz und Knochen)
  • Kupfer und Zink (wichtig für das Immunsystem).

Im Vergleich zu reifer Milch enthält Kolostrum bis zu vier Mal mehr Zink. So soll die schnelle Entwicklung des Gehirns unterstützt werden.

 

Von der Kolostralmilch zur Muttermilch

Muttermilch bietet deinem Kind immer genau die Nährstoffe, die es in seiner derzeitigen Entwicklung benötigt. So ist es ganz normal, wenn sich mit der Entwicklung deines Babys auch die Zusammensetzung und damit auch Menge, Farbe und Konsistenz der Muttermilch verändern.

Der Übergang zwischen Erstmilch und der späteren, sogenannten reifen Milch verläuft fließend. Deine Brust passt sich deinem Baby in seinen Bedürfnissen an. Tritt dein Kind in eine starke Wachstumsphase ein, so muss dein Körper mehr Milch produzieren. Von Anfangs wenigen Tropfen kannst du später bis zu 700 ml Milch in 24 Stunden erzeugen. Eine unglaubliche Leistung! Deine Brust „lernt“ was und wie viel dein Baby benötigt.

In der Übergangsmilch befinden sich mehr Fette und Laktose. Dieser Milchzucker gibt deinem Kind ausreichend Energie. Dieser Übergang von der Kolostralmilch zur Muttermilch beginnt bereits zwei bis drei Tage nach der Geburt. Der höhere Fettanteil sättigt dein Neugeborenes länger. Natrium und Chlorid reduzieren sich und somit verringert sich der Salzgehalt der Milch. Auch das Verhältnis von schützenden Enzymen und Antikörpern verändert sich. Der hohe Anfangsschutz wird etwas verringert. Im Gegenzug erhält dein Kind mehr bakterienabtötende Enzyme.

Je besser sich das Immunsystem deines Babys entwickelt, umso weniger schützende Stoffe braucht es aus deinem Körper. Nach dem ersten Monat wird die Muttermilch als reif bezeichnet. Jetzt ändert sich an der Zusammensetzung nicht mehr viel. Lediglich in der Menge kann es Variationen geben. Immer genau so, wie es dein Kind benötigt oder solange wie du stillen möchtest.

 

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Muttermilch - Nährstoffe und Nährwert
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