Verstopfung nach der Geburt

von | Dez 13, 2018 |

Vielleicht hast du dich schon gewundert, dass du nach der Geburt deines Babys kaum noch auf die Toilette kannst. Die Verstopfung nach der Geburt, im sogenannten Wochenbett, kommt daher, dass deine Darmtätigkeit herabgesetzt ist. Und das ist auch kein Wunder. Während sich dein Inneres während der Schwangerschaft langsam an die veränderten Größenverhältnisse angepasst hat, ändert sich nach der Geburt alles schlagartig.

Tatsächlich musst du mit etwa ein bis zwei Wochen rechnen, bis sich dein Darm wieder völlig normal verhält. Die meisten Frauen haben erst zwei bis drei Tage nach der Geburt wieder Stuhlgang.

Verstopfung nach der Geburt: Nach der Entbindung spielt die Verdauung oft verrückt.

Verstopfung nach der Geburt: Nach der Entbindung spielt die Verdauung oft verrückt.

 

Obstipation – Verstopfung nach der Geburt

Viele Mütter haben direkt nach der Geburt eine leichte Verstopfung. Ärzte nennen das Obstipation. Mit „Obst“ hat das allerdings wenig zu tun, auch wenn Obst teilweise wirklich zu Verstopfung führen kann.

Dass du eine dauerhafte Verstopfung nach der Geburt haben wirst, ist aber unwahrscheinlich. Solltest du im Wochenbett länger als 3 Tage nicht richtig aufs Klo können, solltest du dir Hilfe holen. Dazu wendest du dich am besten an deine Hebamme. Umso länger du damit nämlich wartest, umso unangenehmer wird es schlussendlich.

Normalerweise wirst du am zweiten Tag nach der Geburt oder dem Kaiserschnitt gefragt, ob du bereits Stuhlgang hattest. Sollte das noch nicht der Fall gewesen sein, wird deine Hebamme oder Krankenschwester dann gemeinsam mit dir nach möglichen Ursachen dafür suchen und dir individuelle Vorschläge machen, was du dagegen tun kannst.

 

Ursachen für eine Verstopfung nach der Geburt

Wie oben schon erwähnt, hat sich in deinem Bauch einiges verändert, was zu temporären Verstopfungen führen kann. Allerdings ist das sehr allgemein gehalten. Genauere Ursachen kann es viele geben. Diese unterscheiden sich bei einer akuten Obstipation nach einem Kaiserschnitt nicht sonderlich von den Ursachen von Verstopfung nach der Geburt.

 

Direkte Auswirkungen der Geburt auf die Verdauung

 

Medikamente während der Geburt

Vielleicht hast du während der Geburt eine PDA, eine Spinalanästhesie oder Schmerzmittel bekommen. Diese müssen jetzt von deinem Körper erst noch komplett abgebaut und ausgeschieden werden, was eine Weile dauern kann.

 

Verstopfung nach Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt wird der Druck auf deinen Darm – genau wie bei einer Geburt – sehr plötzlich verringert. Der Effekt ist derselbe: Das Baby ist raus und der Bauch ist fast leer. Auch nach einem Kaiserschnitt dauert es daher einige Zeit, bis sich deine Verdauung wieder reguliert hat. Wurde er Kaiserschnitt dazu noch unter Vollnarkose durchgeführt, muss dein Körper diese erstmal verarbeiten.

Auch nach einer normalen OP ist die Darmtätigkeit reduziert, bei einem Kaiserschnitt ist das nicht anders.

 

Körperliche Ursachen für Verstopfung nach der Geburt

Hormonumstellung nach der Geburt

Dein Körper erlebt, wie auch zu Beginn der Schwangerschaft, eine Hormonumstellung. Er stellt sich jetzt auf die Ernährung deines Babys und die Rückbildung ein. Da kann die Darmaktivität schon einmal etwas zu kurz kommen und eine Verstopfung nach der Geburt entstehen.

 

Langsame Darmmuskulatur

Auch wenn dein Körper seine Hormone umstellt, können „alte“ Hormone für eine Obstipation verantwortlich sein. Dies liegt am Schwangerschaftshormon Progesteron, das auch nach der Geburt noch eine Weile wirkt. Außerdem liegst du nach der Geburt sehr viel, ruhst dich aus und kuschelst mit deinem Baby. Wenn du dich nicht viel bewegst, dann kommt dein Darm auch nicht in Bewegung und die Verdauung stagniert. Das ist ganz normal.

 

Das Baby hat deinen Körper verlassen – Wie wirkt das auf die Verdauung?

Wenn dein Baby deinen Körper verlässt, übt es keinen Druck mehr auf deine Eingeweide aus. Dazu gehört auch der Darm, und dies kann zu Verstopfung führen.

 

Deine Bauchdecke ist überdehnt

Dadurch, dass dein Bauch nach der Geburt nicht mehr prall gefüllt ist, hängt dein Bauch etwas schlaff herunter und du hast nur wenig Druck auf deinen Darm. Gerade nachdem dein Kind in der letzten Zeit vor der Geburt Blase und Darm deutlich strapaziert hat, ist das eine große Umstellung. Außerdem ist dein Darm in der Schwangerschaft nach oben gewandert, damit die Gebärmutter mit deinem Baby Platz hat. Der muss seinen Weg ja erst einmal an seinen alten Platz zurück finden.

Außerdem sind deine quergestreiften Bauchmuskeln während des Schwangerschaft auseinander gezogen worden, damit der Bauch wachsen kann. Dadurch fehlt ebenfalls Druck auf den Darm und die Darmentleerung wird erschwert.

 

Dein Körper ist unterversorgt und bekommt Verdauungsprobleme

 

Obstipation durch Flüssigkeitsmangel

Auch wenn du dich vielleicht nur noch schemenhaft an die Geburt erinnern kannst, wirst du mit Sicherheit vor Anstrengung viel geschwitzt haben. Doch auch das Atmen bei der Geburt verbraucht eine Menge Flüssigkeit. Und wir alle wissen, was für eine Auswirkung zu wenig Trinken darauf hat, ob wir aufs Klo gehen können, oder nicht. Deshalb: Trinken, Trinken Trinken! Mindestens 2 bis 3 Liter am Tag!

 

Ohne Nahrung keine Verdauung

Wo nichts ist, kann auch nichts raus. Ganz einfach. Wenn du darüber nachdenkst, erinnerst du dich vielleicht daran, dass du vor der Geburt Durchfall hattest oder einen Einlauf bekommen hast. Möglicherweise hast du dich auch während der Geburt vor lauter Anstrengung übergeben. Und nicht zu vergessen: Je nachdem, wie lange die Geburt gedauert hat, hast du auch eine ganze Weile nichts gegessen. Wenn dein Körper nichts zum Verdauen hat, dann kann er auch nichts unten wieder rauslassen. Die mangelnde Verdauung ist zwar keine Verstopfung, kann aber beunruhigend wirken.

 

Psychische Faktoren, die nach einer Geburt zu Verstopfung führen

Eine Verstopfung kann auch rein von psychischen Ursachen ausgelöst werden. Es ist dir vielleicht im Moment nicht bewusst, aber du machst eine große Veränderung durch. Dein Körper reagiert auf ungewohnte Situationen manchmal mit Durchfall, oder eben mit Verstopfung. Ist deine Obstipation eine reine „Kopfsache“, kann man mir normalen Maßnahmen nicht viel dagegen machen. Wenn du dich aber etwas entspannst, kannst du deine Verdauung nach der Geburt schneller wieder in Schwung bringen.

Psychischer Stress durch Angst vor Schmerzen

Ja, du hast richtig gelesen. Hast du vielleicht Angst, dass du Schmerzen hast, wenn du Stuhlgang hast? Gerade wenn du einen Dammriss oder Dammschnitt hattest, könntest du Sorge haben, dass die Dammnaht wieder reißt, wenn du auf die Toilette gehst. Doch weiter unten kannst du lesen, weshalb diese Sorge unbegründet ist. Auch die allseits bekannten und äußerst unangenehmen Hämorrhoiden können Schuld daran sein, dass du dir selbst Stress bereitest. Versuche, dich zu beruhigen. Entspannt klappt der Stuhlgang viel besser.

 

Die Klinik-Toilette

Wir alle gehen am liebsten zu Hause aufs Klo, aber wenn du ein paar Tage im Krankenhaus bist und dann auch noch eine anstrengende Geburt hinter dir hast, solltest du es dir deshalb nicht mit Absicht verkneifen. Du musst dir die Toilette mit mehreren Frauen teilen und wer weiß, wie es mit der Hygiene aussieht. Das alles kann ein Faktor sein, wenn es darum geht, ob du eine Verstopfung nach der Geburt bekommst oder nicht.

 

Ungewohntes Gefühl

Nach der Geburt ist deine Scheide noch gedehnt und alles ist noch ganz weich. Deshalb kann es sein, dass sich dein Körper für dich einfach ganz anders anfühlt. Auch, wenn du einen Kaiserschnitt hattest, fühlt sich alles anders an. Dieses fremde Gefühl kann ebenfalls Verdauungsstörungen auslösen.

 

Verringerte Darmbewegung

Das Stichwort lautet hier „Darmträgheit“. Von Ärzten unverständlich als verminderte Darmperistaltik bezeichnet, kommt sie eigentlich nur vor, wenn eine Verstopfung bereits bekannt ist. Wenn du also bereits vor der Schwangerschaft Verdauungsprobleme hattest, kann dies nach der Geburt noch verstärkt werden.

 

Verstopfung nach der Geburt? – Worauf du achten solltest!

Einer Obstipation kann man mit vielen Maßnahmen entgegenwirken. Bevor du jedoch zu Medikamenten greifst, solltest du erst einmal versuchen, deine Verdauung wieder in Schwung zu bekommen. Hier noch ein paar Tipps, wie du deine Verstopfung ohne Tabletten in den Griff bekommen kannst.

 

Stütze deinen Beckenboden

Wie oben bereits erwähnt, gibt es viele Mütter, die zwar das Bedürfnis verspüren auf die Toilette zu gehen, aber sich nicht trauen, dabei etwas zu drücken. Gerade nach einem Dammschnitt oder einem Dammriss könntest du Angst haben, dass deine Dammnaht wieder aufgeht oder es fühlt sich unangenehm an.

Sollte das bei dir der Fall sein, brauchst du dir deshalb keine Sorgen zu machen. Selbst wenn es sich so anfühlt, die Naht eines Dammrisses oder Dammschnittes kann dadurch nicht wieder aufgehen.

Um es dir ein wenig zu erleichtern, kannst du deinen Beckenboden etwas stützen. Mit den Händen oder mit einer Binde kannst du vorne Schamlippen und Scheide ein wenig zurückhalten und etwas drücken. Das wird sich etwas angenehmer anfühlen.

 

„Richtig“ auf der Toilette sitzen

Ja, wahrscheinlich hast du davon sogar schon einmal gehört, aber es nie so richtig wahrgenommen oder beachtet. Wenn du dir die menschliche Anatomie ein wenig genauer ansiehst, kannst du erkennen, dass dein Darm bei gerundetem Rücken ziemlich zerknautscht aussieht. Wenn du dich dagegen mit gestrecktem Rücken auf das Klo setzt, hat dein Darm freie Bahn! Das kannst du noch ein wenig mehr unterstützen, indem du deine Beine etwas anwinkelst und hochstellst. Damit sollte dir die Darmentleerung leichter fallen.

 

Tipps gegen Verstopfung nach der Geburt – Das kannst du tun

Das wirst du dich bestimmt gefragt haben, wie du eine Verstopfung nach der Geburt verhindern kannst, wenn du es bis hierher geschafft hast. Auch hierfür haben wir natürlich viele Vorschläge und Tipps

 

Trinken, Trinken, Trinken!

Ja, es wurde oben schon genannt, aber man kann es nicht oft genug sagen: Trinken ist wichtig, 2 bis 3 Liter am Tag!

 

Massiere deinen Bauch leicht im Uhrzeigersinn

Du kennst es vielleicht noch von Menstruationsbeschwerden, aber eine leichte Massage kann auch bei Verstopfung wahre Wunder bewirken. Und das nicht nur bei dir, auch deinem kleinen Baby kann das mitunter sehr helfen.

 

Den Bauch massieren unterstützt die Verdauung.

Den Bauch massieren unterstützt die Verdauung.

Die richtige Ernährung gegen Verstopfung nach der Geburt

Seien wir ehrlich: Ein Großteil von uns weiß, dass gesunde Ernährung wichtig ist, aber wer beschäftigt sich wirklich damit und was welche Auswirkungen auf unseren Körper hat? Um deinem Darm ein wenig auf die Sprünge zu helfen, musst du dich jetzt nicht erst durch einige hundert Seiten an Ernährungswissen büffeln. Es reicht, wenn du deinen Tag mit einem Müsli mit Weizenkleie beginnst und einem Vollkornbrot beendest. Auch Flohsamen kannst du gut in dein Müsli mischen und zwischendurch solltest du ein paar Datteln futtern.

 

Vermeide Weizenmehl, Zucker und Schokolade

Auch wenn es schwer fällt, solltest du diese Versuchungen nicht allzu oft zu dir nehmen. Sieh dich lieber an deinem kleines Schatz satt, der ist süß genug!

 

Trockenpflaumen

Ja, es klingt nicht unbedingt lecker, aber weiche abends drei Trockenpflaumen in einem Glas Wasser ein. Diese natürlichen Abführmittel isst du dann morgens noch vor dem Frühstück und trinkst das Wasser dazu.

 

Leinsamen

Iss morgens und abends etwa 2 Esslöffel frisch geschroteter Leinsamen mit viel Wasser oder lass ganze Leinsamen ein paar Stunden in Wasser aufquellen. Die kannst du dann zum Beispiel in Joghurt oder Müsli mischen. Sie wirken ebenfalls als natürliches Abführmittel.

 

Milchzucker

Solltest du schon länger Probleme haben, kann es helfen, regelmäßig 4-5 Esslöffel natürlichen Milchzucker (Lactose – Vorsicht bei Unverträglichkeiten!) zu sich zu nehmen. Außerdem kann es helfen, ein Zäpfchen zu verwenden oder einen sogenannten Klistier-Einlauf zu machen. Diesen kannst du ganz einfach in der Apotheke bekommen. Besonders, wenn du nach einem Kaiserschnitt Probleme mit Verstopfung nach der Geburt hast, ist ein solcher Einlauf ratsam.

 

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Du hast nach der Geburt deines Babys Verstopfung? Die sogenannte Obstipation kann sehr unangenehm sein und viele Gründe haben. Lies auf BabySOS, was sie verursachen kann und auch, was du dagegen tun kannst!
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