Gefahr Zeckenbiss: Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Im Sommer lauern sie in Gärten und Wäldern: Zecken können diverse Krankheiten übertragen. In Deutschland ist der Holzbock oft Träger der Erreger von  Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Nicht alle Zecken sind jedoch Infektionsträger und von den Infizierten übertragen nicht alle die Krankheitserreger. Ein Zeckenbiss bedeutet also selbst in Risikogebieten nicht automatisch, dass du oder dein Kind krank werden.

Der Ausbruch einer Infektion beim Menschen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen von der Zecke selbst, weiterhin von der Art des Erregers. Manche werden direkt beim Einstich übertragen, andere erst nach mehreren Stunden. Allgemein gilt: Je länger eine Zecke saugt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flüssigkeitsaustausch zwischen Zecke und Mensch mit einer Übertragung von Erregern stattfindet. Wie du eine Zecke richtig entfernen kannst, erfährst du in unserem Artikel Erste Hilfe bei Zeckenbiss.

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine der am meisten gefürchteten von Zecken übertragenen Krankheiten. Sie wird durch das FSME-Virus ausgelöst, das beim Zeckenbiss übertragen wird.

FSME kann zu Hirnhautentzündung und Entzündungen des Rückenmarks führen, die mit Lähmungen und Ausfallerscheinungen bis zum Tod verbunden sind. Gegen das Virus gibt es bisher keine Medikamente. Die Krankheit geht mit hohem Fieber und grippeähnlichen Beschwerden einher. Schmerzen werden medikamentös gelindert, der Körper wird soweit gestärkt, dass er sich mit dem Virus auseinandersetzen kann.

Eine FSME kann auch unbemerkt ausheilen. Ein schwerer Verlauf ist bei Kindern nicht üblich, aber möglich. Die Krankheit ist selten, dennoch kann es bei weiterer Zunahme von Zecken zu einem Anstieg der Erkrankungen kommen.

Mehr Informationen über FSME bekommst du in unserem Artikel FSME erkennen und vorbeugen.

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Borreliose

Beim Zeckenbiss können Borrelien übertragen werden, die eine Borreliose auslösen. Typisch sind eine Rötung der Einstichstelle und das Auftreten der sogenannten Wanderröte bis zu 20 Zentimeter um den Zeckenbiss herum. Die Wanderröte kann auch an anderen Stellen des Körpers auftauchen. Möglich sind außerdem grippeähnliche Symptome. Eine Borreliose kann Organe, Gelenke und das Nervensystem befallen. Bleibt sie unbehandelt, sind Langzeitschäden möglich. Behandelt wird die Erkrankung mit Antibiotika. Mehr Informationen über Borreliose bekommst du in unserem Artikel Borreliose beim Kind – Gefahr durch Zecken.

Weitere Krankheiten durch Zeckenbisse

Zecken können Träger weiterer, unterschiedlicher Krankheitserreger sein.

Durch die Auwaldzecke wird die Babesiose übertragen. Risikogebiet ist vor allem der Mittelmeerraum. Häufig betroffen sind Hunde und Rinder, bei Menschen ist eine Babesiose sehr selten. Die übertragenen Babesien führen zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen. Symptome einer Babesiose sind Abgeschlagenheit, Fieber und Muskelschmerzen. Die Behandlung erfolgt mit Malariamedikamenten.

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Abzugrenzen ist die Borreliose von der seltenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Bei der FSME wird durch den Zeckenstich ein Virus übertragen, der zu einer Hirnhautentzündung führen kann.

Die Ehrlichiose wird von unterschiedlichen Zeckenarten übertragen. In der Regel verläuft sie symptomlos. Möglich sind jedoch auch anhaltende Übelkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Behandelt wird mit Antibiotika.

Die Neoehrlichiose wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Hotspots zeigen sich im Raum Zürich. Die Symptome sind unspezifisch und können sich bis zu 8 Monaten nach dem Zeckenbiss durchgehend zeigen: Hohes Fieber, Unwohlsein, zunehmende Schwäche, Anämie, Muskel-, Gelenkschmerz und Gewichtsverlust treten auf. Zur Bekämpfung der Krankheit werden Antibiotika eingesetzt.

Hinzu können Zecken noch Erreger verschiedener tropischer Krankheiten in sich tragen, wie das Südafrikanische Fleckfieber oder die Indische Waldkrankheit.

Borreliose-Symptome können täuschen

Viele Symptome können am Anfang einer Borreliose nicht genau zugeordnet werden, da sie auch auf bei anderen Krankheiten oder Phasen deines Kindes auftreten. So tritt leichtes Fieber auch beim Zahnen oder einem Wachstumsschub auf, Mattigkeit und Appetitlosigkeit können Anzeichen einer allgemeinen Infektion sein. War eine Zecke im Spiel und halten Symptome länger als ein paar Stunden an, konsultiere einen Arzt oder Kinderarzt!

Schutzimpfung gegen Zecken?

Eine Impfung gegen Zecken oder vor sämtlichen Erregern, die durch Zecken übertragen werden, gibt es nicht. Die Erreger sind zu vielfältig. Vor Reisen in tropische Gebiete oder Risikogebieten sollten Eltern sich beraten lassen, welche Impfungen sinnvoll und notwendig sind. Eine Beratung übernimmt der Kinderarzt oder du wendest dich bei weiteren Reisen direkt an das Tropeninstitut der Charité, um dich über Vorsorgemaßnahmen zu informieren.

Impfung gegen FSME

Eine Impfung gegen FSME ist möglich. Der Impfstoff wird altersentsprechend angepasst. Die Impfung kann jeder Kinderarzt oder Hausarzt vornehmen, in Deutschland übernehmen die Krankenkassen meistens die Kosten.  In der Regel muss für eine ausreichende Immunisierung 3 Mal geimpft werden. Die Zeitabstände sind zwingend einzuhalten, damit der Impfschutz zustande kommt. Geimpft wird mit Totkulturen, also einem deaktivierten Virus, dass das Immunsystem dazu anregt, Antikörper zu bilden. Durch die Aktivierung des Immunsystems kann die Impfung mit Fieber verbunden sein, die Gefahren von FSME sind damit jedoch gebannt.

Der Impfschutz besteht etwa 3 Jahre lang, dann muss die FSME-Impfung aufgefrischt werden. Der Kinderarzt wird die Immunisierung im Impfpass eintragen. Die STIKO, die Ständige Impfkommission, empfiehlt eine Impfung in FSME-Risikogebieten.

 

Zecken-Risikogebiete in Deutschland

Noch vor zehn Jahren ließen sich Hotspots von Zeckengebieten und Saisonzeiten gut abgrenzen, der Klimawandel hat aber zur Verbreitung der Zecken und der FSME beigetragen. Durch mildere Winter nimmt auch die Zeckenzeit zu, also der zeitraum, in dem Zecken auf beute lauern. Bereits ab Anfang März bis Anfang November müssen wir heute mit den kleinen Plagegeistern rechnen.

Zecken sind sehr robust, sie können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Da sie auch Temperaturen bis minus 18 Grad überleben, sorgt ein kalter Winter nicht automatisch für einen geringeren Zeckenbefall im Folgejahr. Auch bei 40 Grad plus sind sie noch lebendig. Sie überstehen sogar Waschmaschinenwäschen bis 60 Grad.

Die Zecken-Risikogebiete in Deutschland liegen vor allem im Süden: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen gelten als Risikogebiete. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig aktuelle Hinweise und Karten (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_Tab.html).

Karte: Zecken Risikogebiete Deutschland laut RKI
Melania Stickovich

Melania Stickovich

Betreuung von Säuglingen, Autorin bei BabySOS

Melania ist geprüfte Pflegerin in der Pädiatrie und unterstützt BabySOS seit 2019. In ihrer Freizeit geht sie gerne schwimmen und joggen und gestaltet mit ihrem Freund die gemeinsame Zukunft.

Gefahr Zeckenbiss: Welche Krankheiten übertragen Zecken?
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Gefahr Zeckenbiss: Welche Krankheiten übertragen Zecken?
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Zecken sind eklig und gefährlich! Sie übertragen Krankheiten! Welche das sind, erfährst du hier!
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