Zeckenzeit – Schütze dein Kind vor Zecken, FSME und Borreliose!

von | Mrz 11, 2021

Mutter hält Baby mit Superman-Strampler im Wald hoch,

Einmal quer durch den ganzen Garten jagen, mit bloßen Füßen am Bach entlang hüpfen oder mit den Eltern im Zelt träumen, das wünschen sich Kinder im Sommer. Für Eltern ist es ein Genuss, in den ersten warmen Frühlingstagen mit dem Baby lange durch den Wald zu spazieren oder auf einer Decke im Park zu spielen. Doch zwischen feuchtem Gras, dichten Büschen und Bäumen leben diverse Insekten. Einige wie der Marienkäfer werden gern beobachtet, andere wie die Zecken sind eine Gefahr.

Was Zecken sind, wo sie vorkommen, warum du deine Kinder und dich vor ihnen schützen solltest, wie du das am besten machst und was zu tun ist, wenn ein Zeckenbiss beim Kind auftritt, kannst du hier nachlesen.

Was sind Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Es gibt insgesamt etwa 900 Arten. Die kleinen Parasiten tauchen auf der ganzen Welt auf, in Deutschland sind 20 Zeckenarten bekannt. Die Insekten leben vom Blut anderer Tiere, ihre Verbreitung richtet sich nach klimatischen Bedingungen und geeigneten Wirtstieren. Gebiete mit viel Wärme und Feuchtigkeit werden von den Parasiten bevorzugt. Der Klimawandel begünstigt die Entwicklung von Zecken und führt dazu, dass sie immer früher im Jahr aktiv werden.

Doch die Tiere sind auch extrem widerstandsfähig: Sie überstehen extrem hohe Temperaturen, leben selbst nach dem kompletten Einfrieren weiter und können lange ohne Nahrung auskommen.

Zecken sind meist etwa fingernagelgroß und bräunlich bis Schwarz gefärbt. Beißt sich eine Zecke fest, füllt sich ihr Körper mit Blut und wirkt grau-blau. In Deutschland treten am häufigsten auf:

  • der Gemeine Holzbock (lat. Ixodes Ricinus) und
  • die Auwaldzecke, lateinisch Dermacentor reticulatus.

Durch die wärmer werdenden Temperaturen und den dadurch milderen Winter finden auch tropische Arten in Deutschland Möglichkeiten zu überleben. So zum Beispiel die Hyalomma, auch Riesenzecke genannt.

Bild: Das Logo von BabySOS!

Zeckenstich oder Zeckenbiss?

Funfact: Zecken stechen nicht, sie beißen. Oft spricht man aber von einem Zeckenstich. Wir verwenden hier beide Begriffe, da sie als Synonyme verwendet werden, auch wenn der „Zeckenstich“ eigentlich nicht korrekt ist.

Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken können durch einen Stich Krankheiten übertragen. Sie lauern im Gras oder im Blattwerk eines Busches und lassen sich auf ihren Wirt fallen. Manche begeben sich auch gezielt auf Wirtssuche. Bevorzugte Einstichstellen am Körper sind feuchten, warmen Körpergebiete. Dazu zählen

  • die Achseln
  • die Armbeugen
  • der Bauch und Bauchnabel
  • die Leistenbeuge und
  • die Kniekehlen.

Auch der Haaransatz und der Bereich hinter den Ohren sind beliebte Einstichstellen. Auch wenn Zecken diese Stellen bevorzugen, können sie am ganzen Körper zu finden sein. Es ist daher wichtig, dass du dein Kind nach einem Besuch in Wald, Wiese oder Garten komplett nach Zecken absuchst.

Zecken verspritzen vor dem Einstich ein Narkotikum, das wie eine Betäubung wirkt. Daher bleibt der Zeckenbiss oft unbemerkt. Während des Saugvorgangs, der von ein paar Minuten bis zu mehrere Tage andauern kann, können Viren von der Zecke auf den Menschen übergehen. Kind und Eltern können sich auf diese Weise mit Babesiose, Borreliose, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und anderen Krankheiten infizieren.

Bild: Das Logo von BabySOS!

Zeckenangriff?

 Zecken können nicht springen! Sie lassen sich von Gräsern und Büschen auf ihre Opfer fallen, aber sie springen niemanden an. Solange du mit deinem Kind auf den Waldwegen bleibst und schützende Kleidung trägst, kann nicht viel passieren.

 

Bild: Weiterbildung mit Kind

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Schutzimpfung gegen Zecken?

Eine Impfung gegen Zecken oder vor sämtlichen Erregern, die durch Zecken übertragen werden, gibt es nicht. Die Erreger sind zu vielfältig. Vor Reisen in tropische Gebiete oder Risikogebieten sollten Eltern sich beraten lassen, welche Impfungen sinnvoll und notwendig sind. Eine Beratung übernimmt der Kinderarzt oder du wendest dich bei weiteren Reisen direkt an das Tropeninstitut der Charité, um dich über Vorsorgemaßnahmen zu informieren.

Impfung gegen FSME

Eine Impfung gegen FSME ist möglich. Der Impfstoff wird altersentsprechend angepasst. Die Impfung kann jeder Kinderarzt oder Hausarzt vornehmen, in Deutschland übernehmen die Krankenkassen meistens die Kosten.  In der Regel muss für eine ausreichende Immunisierung 3 Mal geimpft werden. Die Zeitabstände sind zwingend einzuhalten, damit der Impfschutz zustande kommt. Geimpft wird mit Totkulturen, also einem deaktivierten Virus, dass das Immunsystem dazu anregt, Antikörper zu bilden. Durch die Aktivierung des Immunsystems kann die Impfung mit Fieber verbunden sein, die Gefahren von FSME sind damit jedoch gebannt.

Der Impfschutz besteht etwa 3 Jahre lang, dann muss die FSME-Impfung aufgefrischt werden. Der Kinderarzt wird die Immunisierung im Impfpass eintragen. Die STIKO, die Ständige Impfkommission, empfiehlt eine Impfung in FSME-Risikogebieten.

 

Risikogebiete für Zecken

Noch vor zehn Jahren ließen sich Hotspots von Zeckengebieten und Saisonzeiten gut abgrenzen. Mit dem Klimawandel erweitern sich die Gebiete. Gleichzeitig nehmen die Monate der Gefährdung zu. Waren es einmal der Frühsommer und die Zeit zwischen September und Oktober, so setzt jetzt die Zeckenzeit früher ein. Bereits Anfang März muss mit Zecken gerechnet werden und auch noch Anfang November können Zecken vermehrt auftreten.

Zecken selbst sind außergewöhnlich robust. Sie können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Temperaturen bis minus 18 Grad werden überlebt. Auch bei 40 Grad plus sind sie noch lebendig. Sie überstehen Waschmaschinenwäschen. Erst bei 90 Grad kannst du ganz sicher sein, dass keine Zecken mehr in der Kleidung vorhanden sind.

Risikogebiete in Deutschland liegen vor allem im Süden: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen gelten als Risikogebiete. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig aktuelle Hinweise und Karten (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_Tab.html).

Karte: Zecken Risikogebiete Deutschland laut RKI

Melania Stickovich

Melania Stickovich

Betreuung von Säuglingen, Autorin bei BabySOS

Melania ist geprüfte Pflegerin in der Pädiatrie und unterstützt BabySOS seit 2019. In ihrer Freizeit geht sie gerne schwimmen und joggen und gestaltet mit ihrem Freund die gemeinsame Zukunft. 

Zeckenzeit - Schütze dein Kind!
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Zeckenzeit - Schütze dein Kind!
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Zecken können Krnakheiten übertragen und dein Kind gefährden. Lies, wie du dich bei einem Zeckenbiss verhältst oder ihn verhinderst!