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Kindbettfieber im Wochenbett: Ursachen und Behandlung

Das Kindbettfieber ist eine Infektionskrankheit, die nach der Geburt während des Wochenbetts auftritt. Es handelt sich dabei um eine Entzündung im Körper, die sich zu einer Sepsis entwickeln kann. Das Risiko für Fieber im Wochenbett steigt vor allem bei einer Fehlgeburt oder einer unvollständigen abgegangenen Nachgeburt.

Inhalt dieses Artikels: 

  • Was ist Kindbettfieber?
  • Ursachen von Kindbettfieber
  • Kindbettfieber erkennen – Symptome und Anzeichen
  • Risiken und Folgen von Kindbettfieber
  • Kindbettfieber – Diagnose und Behandlung
  • Tipps für Mütter im Wochenbett

 

Was ist Kindbettfieber?

Im Wochenbett können Mütter von vielen Erkrankungen betroffen sein, die nur in den Wochen nach der Entbindung auftreten. Neben der Wochenbettdepression und dem Wochenfluss ist das Bekannteste das Kindbettfieber. Beim Kindbettfieber, das auch Wochenbettfieber oder Puerperalfieber genannt wird, entwickelt sich eine durch Krankheitserreger ausgelöste Entzündung im Körper die im schlimmsten Fall eine Sepsis auslöst.

 

Ursachen von Kindbettfieber

Die Ursache dieser Krankheit ist meistens eine Infektion mit einem der folgenden Erreger:

  • Streptokokken
  • Escherichia coli
  • Neisseria gonorrhoeae
  • Anaerobier
  • etc.

Bei der Geburt entstehen durch Ablösung der Plazenta innere Wunden an der Gebärmutter. Der Muttermund bleibt nach der Geburt noch für einige Tage geöffnet. Da nur der Muttermund zwischen Scheide und Gebärmutter als Schutzfunktion dient, fällt diese natürliche Barriere für Bakterien und Erreger zu Beginn des Wochenbetts weg. Krankheitserreger können somit durch die Scheide und den Muttermund in die Gebärmutter eindringen.

Der Wochenfluss beeinflusst das Infektionsrisiko

Die dortige Umgebung ist für Keime ideal geeignet, um sich zu vermehren: Es ist warm und nährstoffreich. Nisten sich die Erreger ein, kann es zu einer Gebärmutterentzündung oder Entzündung der Eileiter kommen. Breitet sich die Infektion in den Blutkreislauf aus, kann sie Blutvergiftung und in Folge eine Sepsis verursachen. Die Gebärmutterentzündung im Wochenbett wird also in Kombination mit allen anderen Symptomen als Kindbettfieber bezeichnet.

Der Wochenfluss dient dem Körper als natürliche Reinigungsfunktion nach der Geburt. Mit ihm werden Keime, Bakterien, Erreger und Viren aus dem Körper ausgespült. Ist der Wochenfluss nach der Geburt nur leicht ausgeprägt, steigt das Infektionsrisiko und damit die Gefahr für Wochenbettfieber.

Besondere Risiken, die zu Puerperalfieber führen

Es gibt Faktoren, die das Risiko der Entstehung des Wochenbettfiebers erhöhen. Dazu zählen Störungen in der Wundheilung, die das Verheilen von Geburtsverletzungen wie einem Dammriss oder einem Scheidenriss verzögern. Vor allem bei einer Geburt per Kaiserschnitt ist das Risiko, an einer Gebärmutterentzündung zu erkranken, erhöht. Ein vorzeitiger Blasensprung kann die Entstehung des Wochenbettfiebers ebenfalls begünstigen.

Neben einer Gebärmutterentzündung mit anschließender Blutvergiftung können die Erreger allerdings auch noch eine Reihe weiterer Krankheiten verursachen. Zu diesen Nebenerkrankungen gehören Infektionen an den Genitalien und Bauchfellentzündung häufig auftretende Nebenerkrankungen.

 

Wie entsteht Kindbettfieber?

Hauptursache für Kindbettfieber ist eine Ausbreitung von Krankheitserregern. Keime, Bakterien und Viren breiten sich vor allem bei mangelnder Hygiene aus, aber auch folgenden Faktoren erhöhen das Risiko für Entzündungen:

  • fehlerhafte Nachgeburt
  • Fehlgeburt
  • stockender Wochenfluss

 

Wochenbettfieber – Symptome und Anzeichen

Wochenbettfieber äußer sich hauptsächlich durch eine erhöhte, schnell steigende Körpertemperatur. Innerhalb kurzer Zeit entwickelt sich diese zu Fieber. Folgende Symptome in den Tagen nach der Geburt sind ebenfalls Anzeichen von Kindbettfieber:

  • übelriechender Wochenfluss
  • Druckschmerz im Unterleib
  • Spannungen im Unterbauch
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blutdruckabfall
  • Blutungen
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands
  • Schock-Symptome wie Unruhe, Puls- und Atembeschleunigung

 

Folgen von Kindbettfieber

Eine durch Erreger ausgelöste Entzündung kann sich in verschiedenen Körperteilen festsetzen und zu einer Blutvergiftung führen. Die am häufigsten ausgeprägten Folgeerkrankungen sind

  • Entzündungen des Bauchfells
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
  • sowie Infektionen inneren Organe.

Alle Variationen gehen mit Fieber und Mattigkeit einher.

Kindbettfieber kann gravierende Folgen haben. Die Entzündungen können sich innerhalb weniger Tage bis Wochen zu einer Sepsis entwickeln, die zum Tod führen kann.

Hinweis:
Solltest du ein oder mehrere der oben genannten Symptome und Anzeichen nach der Geburt bei dir bemerken, solltest du schnell einen Arzt aufsuchen. Dieser wird dich untersuchen und einen Ultraschall, sowie Blutuntersuchung durchführen.

 

Diagnose und Behandlung von Kindbettfieber

Eine rechtzeitige Untersuchung mittels Ultraschallbild und Blutuntersuchung ist wichtig, damit dein Arzt geeignete Maßnahmen zur Behandlung und Therapie des Kindbettfieber ableiten kann. Per Ultraschall kann der Doktor einen genauen Blick auf die Gebärmutter und das betroffene Gewebe werfen. Über einen Bluttest kann er zusätzlich die auslösenden Erreger identifizieren und weitere Maßnahmen ergreifen.

Da das Kindbettfieber von Bakterien ausgelöst wird, wird die Krankheit mit Antibiotika behandelt. Dabei achtet er darauf, dass das Antibiotika sich nicht auf die Muttermilch auswirkt, damit du dein Baby weiter Stillen kannst. Zusätzlich werden Medikamente verabreicht, die eine Rückbildung der Gebärmutter unterstützen. Eine zusätzliche Verstärkung des Wochenfluss spült die Bakterien schneller aus deinem Körper.

Hinweis: Verwende keine Antibiotika aus deiner normalen Hausapotheke! Viele davon gehen in die Muttermilch über und können deinem Baby schaden! Mehr Informationen im Artikel „Medikamente in der Stillzeit

Operation bei Kindbettfieber?

Je nachdem, wie weit die Infektion bei Puerperalfieber fortgeschritten ist, kann eine Operation notwendig sein, um das betroffene Gewebe zu entfernen. Eine solche Schwere an Komplikationen ist jedoch selten, wenn du auf deinen Körper hörst und bei Symptomen frühzeitig zum Arzt gehst. Spätestens bei Fieber musst du untersucht werden.

 

Kindbettfieber vermeiden

Heutzutage sind die hygienischen Bedingungen in Krankenhäusern sehr gut. Operationsbesteck für einen Kaiserschnitt wird steril gemacht und auch Dank der guten hygienischen und medizinischen Bedingungen während und nach der Entbindung, tritt Wochenbettfieber heutzutage nur noch selten auf.

Ignaz Semmelweis hat im Jahr 1847 festgestellt, dass über 13 Prozent aller Frauen nach der Geburt an Kindbettfieber starben. Diese Ursache war auf mangelnde Hygiene-Vorschriften zurückzuführen, woraufhin Ignaz Semmelweis neue Vorschriften erstellte, die bis heute Gültigkeit haben. Diese beinhalteten

  • das intensive Händewaschen und
  • das Desinfizieren der Hände mit Chlorkalklösung

vor jeder Untersuchung einer Frau im Wochenbett. Seit Einführung dieser Regeln wird in Krankenhäusern auf höchste Sterilität geachtet, was zu einem Rückgang der Erkrankungen an Puerperalfieber führte.

 

Tipps für Mütter im Wochenbett

  • Zur Vorbeugung von Kindbettfieber gilt auch für dich, dir regelmäßig die Hände zu waschen, und zwar vor und nach jedem Toilettengang. So gelangen keine Keime in deinen Intimbereich und du kannst einer Infektion vorbeugen.
  • Zusätzlich solltest du dir den Intimbereich regelmäßig mit warmen Wasser zu waschen.
  • Der Gebrauch von Tampons nach der Geburt kann das Risiko einer Erkrankung an Puerperalfieber erhöhen.
  • In den Wochen nach der Geburt solltest du zudem auf vaginalen Geschlechtsverkehr verzichten, im Falle eines Dammriss natürlich auch auf die anale Variante.

Nadine Gellner

Nadine Gellner

Autorin bei BabySOS, Umgang mit dem Kind und Infos für Mütter

Mit ihren beiden Kindern musste Nadine viele Krankheiten kennen lernen und meistern. Aus der Erfahrung hat sie einen wunderbaren Nutzen gezogen: Heute betreut sie auf der Geburtsstation Mütter in den ersten Tagen mit ihren Säuglingen und hilft ihnen durch die ungewohnte Zeit. Ihr Wissen im Umgang mit den Kleinsten und frisch gebackenen Müttern gibt sie auf BabySOS in den Bereichen Umgang mit dem Kind und Infos für Mütter weiter.

Bild: Weiterbildung mit Kind - Link zur SGD

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