Hitzepickel

von | Mai 11, 2019

Hitzepickel können bei deinem Baby entstehen, wenn es stark schwitzt. Kann Schweiß nicht verdunsten, entstehen die unschönen Pusteln auf der Haut. BabySOS erklärt dir, wie du deinem Säugling oder Kleinkind bei Hitzepickeln helfen kannst und wie du Hitzeausschlag vorbeugst.

 

Hitzepickel haben viele Namen

Der Name lässt es schon erahnen: Hitzepickel entstehen, wenn deinem Baby warm ist und es schwitzt. Dann entwickelt sich überall dort, wo sich Schweißdrüsen befinden, kleine Blässchen an der Haut. Hitzepickel treten nicht nur im Sommer auf, sondern auch bei zu warmer Kleidung oder zu stark geheizten Zimmern.

Der Mediziner bezeichnet Hitzepickel als Dermatitis hidrotica oder Miliaria. Umgangssprachlich haben sich aber viele Synonyme gebildet. Im Volksmund gibt es folgende Bezeichnungen für Hitzepickel:

  • Hitzefrieseln
  • Schweißfrieseln
  • Schwitzbläschen
  • Hitzepapeln
  • Hitzeblattern
  • Roter Hund

Eine weitere sehr verbreitete Bezeichnung für Hitzepickel ist Hitzeausschlag.

 

Symptome von Hitzepickeln

Wie sehen Hitzepickel aus?

Hitzepickel erkennst du, wenn sich die Haut deines Babys rötlich färbt, rote Flecken entstehen („roter Hund“) oder sich kleine Bläschen bilden. Hat dein Baby beispielsweise rote Flecken am Bauch, kann das ein Hitzeausschlag sein. In der Regel haben die kleinen Bläschen die Größe eines Hirsekorns, weshalb sie von Fachleuten auch Miliaria (von dem lateinischen milium = Hirsekorn) genannt werden. Auch wenn der Name ähnlich ist, handelt es sich aber um eine ganz andere Hauterkrankung als bei Milien.

Die Pusteln oder Pickel beim Hitzeausschlag verursachen bei deinem Kind am Anfang der Symptome keine Schmerzen, in manchen Fällen aber einen leichten Juckreiz. Wird der Ausschlag schlimmer, intensiviert sich auch der Juckreiz bei deinem Kleinkind.
Gerade an sehr heißen und schwülen Sommertagen können die Schweißbläschen dazu führen, dass dein Baby unruhig wird und vielleicht sogar anfängt zu weinen. Ein zu warm geheiztes Zimmer und zuviel Kleidung können ebenfalls zu Hitzepickeln führen, weshalb Hitzepickel bei Kindern auch im Winter vorkommen.

Wo treten Hitzepickel auf?

Schweißbläschen kommen zustande, wenn Haut auf Haut trifft, beziehungsweise Reibung entsteht. Dazu zählen Achseln, Kniekehlen und Ellenbogenbeugen. Auch wenn die Windel  zu stark reibt oder die Unterwäsche stramm sitzt, kann ein Hitzeausschlag entstehen.

Außerdem bilden sie sich an Stellen, an denen die Kleidung auf der Haut deines Babys reibt. Rote Flecken im Genick oder am Hals sind starke Indizien für Hitzepickel. Aber auch auf der Brust, der Schulter oder auch dem Bauch, dem Nacken, im Bereich, um und an den Genitalien, sowie dem Po und den Achselhöhlen. Trägt dein Baby eine Mütze, können sich auch auf der Kopfhaut Bläschen bilden. Sogar im Gesicht und auf der Stirn sind Hitzepickel möglich. Gerade wenn dein Baby eine helle Haut hat und sehr stark schwitzt, kann es anfälliger für Hitzepickel sein.

Trägt dein Baby aufgrund einer Hüftdysplasie eine Spreizhose, ist es im Bereich von Gesäß. Beinen und Rumpf besonders gefährdet, Hitzepickel zu entwickeln. Spreizhosen unterdrücken die Luftzirkulation und bieten daher ein erhöhtes Risiko.

 

Gefahren von Hitzepickel: Ist Hitzeausschlag gefährlich?

Nein, Hitzepickel schaden deinem Baby nicht direkt. Allerdings sind sie ein Anzeichen dafür, dass deinem Kleinen zu warm ist. Wenn dein Baby viel schwitzt, können seine Schweißporen verstopften. Durch den vielen Schweiß und die kleinen Poren von Babys, sind entweder die Schweißausgänge durch Ablagerungen verengt, also die Schweißabgabe über die Poren nicht oder nur schwer möglich, oder der Schweiß kann nach der Abgabe nicht richtig verdunsten, da beispielsweise die Kleidung nicht atmungsaktiv, zu schwer oder zu dick ist – vielleicht liegt sie aber auch nur zu eng an.

Auch wenn sie nicht schön aussehen und meistens in der Sonne auftreten, sind Hitzepickel keine allergische Reaktion auf die Sonne und auch nicht ansteckend. Sie können jedoch für einen Juckreiz sorgen und danach möglicherweise zur Entzündung führen.

Das Gefährliche an ihnen ist, dass es deinem Baby eigentlich zu warm ist. Das Schwitzen will den Körper abkühlen. Da dein Baby nur noch eingeschränkt schwitzen kann überhitzt der kleine Körper. Das passiert sehr leicht bei schwülem und warmen Wetter oder in zu dicken Klamotten. Da hilft es nur noch dein Baby abzukühlen, sonst kann es zu einer Überhitzung in dem kleinen Körper kommen. Es kann zum Beispiel einen Hitzeschlag bekommen.

Behandlung von Hitzepickeln

Wichtig ist es, nicht nur den Hitzeausschlag zu behandeln, sondern die Ursache zu beseitigen. Das heißt du solltest die Temperatur senken und dein Baby luftig anziehen.

Verschaffe deinem Baby Abkühlung

Der kleine Körper sollte die Möglichkeit haben, abzukühlen. Das solltest du aber nicht übertreiben, du darfst dein Baby nicht Schockfrosten. Die Lösung ist ganz einfach:

  • Unterwegs: Wenn du draußen bist, solltest du mit deinen Kleinen in den Schatten gehen.
  • Zuhause: Im Haus solltest du einfach in einen etwas kühleren Raum gehen.

Wichtig ist, dass der Temperaturwechsel langsam passiert. Eine Veränderung von heiß zu kalt kann bei deinem Baby zu einem Kreislaufkollaps führen. Die neue Temperatur sollte daher nur ein paar Grad Celsius unter der alten Temperatur liegen.

Vermeide zu warme Kleidung

EIne weitere Möglichkeit, Hitzepickeln vorzubeugen, ist die Kleidung.

Lockere die Kleidung deins Babys. Der Stoff sollte nicht fest anliegen. Oft reicht es, deinem Kind die oberste Kleidungsschicht auszuziehen., also beispielsweise eine Jacke oder einen Pulli. Allgemein solltest du dein Kleines den Temperaturen entsprechend anziehen.

Als Faustregel gehen Hitzepickel gilt: Das Baby sollte nur eine Schicht mehr tragen, als du selbst als angenehm empfindest. Wenn dir also ein T-Shirt reicht, braucht dein Baby keine dicke Winterjacke.

Bei hohen Temperaturen sind atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder Seide empfehlenswert, die nicht zu eng anliegen. Kleidung sollte zudem weit geschnitten sein und der Haut Platz zum Atmen lassen. Billige, nicht atmungsaktive Kleidung sorgt dafür, dass sich der Schweiß auf der Haut staut und sich ein Ausschlag entwickelt.

 

Baden bei Hitzeausschlag?

Du kannst dein Baby zum Abkühlen in lauwarmem Wasser baden. Achte dabei darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist. Wichtig: Danach die Haut des Babys nicht trockenreiben, sondern vorsichtig abtupfen. Die zusätzliche Reibung beim abtrocknen kann die Haut reizen und den Hitzeausschlag dadurch verschlimmern.

Wenn du dir das Bad sparen möchtest, hilft es auch, dein Baby mit kühlen Tüchern abzutupfen. Dafür kannst du ein feuchtes Handtuch oder Waschlappen nehmen, Küchenpapier oder ein frisches Papiertaschentuch gehen natürlich auch.

 

Kühlung per Klimaanlage – Vorsicht Erkältungsgefahr!

Die Umgebung abzukühlen hilft, die Schweißbildung bei deinem Baby zu verringern. Aber Achtung, die Kühlung sollte nicht durch einen Windzug erreicht werden. Wenn es deinem Kleinen zieht, dann kann es sich erkälten.

Vermeide bei deinem Baby den direkten Kontakt mit folgenden Kühlmöglichkeiten:

  • Klimaanlage
  • Ventilator
  • Luftzug
  • Bei der Fahrt offene Autofenster
  • Eiswürfel

Klimaanlage und Co. sind für uns Erwachsene sehr angenehm, dein Baby kann aber nicht Bescheid geben, wenn es zu sehr abkühlt. Bevor es sich erkältet, vermeide direkte Kühlung.

Gerade beim Mittagsschlaf oder in der Nacht solltest du aufpassen, dass dein Baby nicht im Luftzug schläft. Besser ist ein angenehm kühles Zimmer, in dem es nicht zieht. Das Zauberwort heißt sanfte Abkühlung.

 

Hitzeausschlag: Juckreiz beim Baby verringern

Gegen einen starken Juckreiz bei Hitzeausschlag helfen verschiedene Cremes und Hausmittel. Besonders zu empfehlen sind

  • Zink-Schüttelmixturen
  • Kieselerden-Gel
  • Cremes mit den Inhaltsstoffen Kieselerde oder Zink

Bei den Cremes gilt wie so oft: Weniger ist mehr. Am besten lässt du dich von deinem Arzt oder APotheker beraten. DIe falschen Cremes können die Schweißporen verstopfen und damit zu weiteren Entzündungen und Ausschlag führen. Der Arzt kann im schlimmsten Fall von Hitzepickeln eine Hydrocortison-Salbe gegen den Juckreiz verschreiben.

Gib deinem Baby gegen den Juckreiz auf keinen Fall Aspirin oder andere, nicht verschriebene Schmerzmittel. Diese können deinem Kleinen schaden.



Vorsicht bei Fieber!

Hitzepickel sind völlig ungefährlich und verschwinden bei Kindern und Erwachsenen im besten Fall nach einigen Tagen von selbst. Wenn das nicht der Fall ist, kann es sich um einen anderen Hautausschlag handeln, etwa Milien oder Säuglings-Akne.

Achtung: Zu einem reinen Hitzeausschlag gehört normalerweise kein Fieber. Hat dein Baby zusätzlich zum Ausschlag erhöhte Temperatur, solltest du deinen Kinderarzt aufsuchen.

 

Vorbeugung: Wie kann ich Hitzepickel verhindern?

Um Hitzeausschlag gar nicht erst entstehen zu lassen, empfiehlt es sich, deinem Baby an heißen Tagen luftig leichte Kleidung anzuziehen. Gerade nachts solltest du das Bettzeug lieber dünner als zu dick wählen.  Versuche, das Kinderzimmer vor dem Schlafengehen abzukühlen. Wenn es sehr heiß im Zimmer ist, kannst du dein Baby nackig in den Schlafsack legen. Beim Kleinkind genügt dann ein leichtes Nachthemd.

 

Vermeide reibende Windeln

Um deinem Baby Abkühlung zu verschaffen und Hitzepickel zu vermeiden, kannst du es tagsüber nackig lassen. Damit vermeidest du Reibung auf der Haut und unterstützt seine Bewegungsfreiheit. Auf einer Wiese oder Krabbeldecke wird das kleine Geschäft aufgefangen, am besten legst du ihm ein Handtuch unter. Sind Windeln nicht vermeidbar, empfehlen sich atmungsaktive Windeln oder Baumwollwindeln. Diese lassen Luft an die Haut deines Babys und reduzieren die Schweißbildung.

Gerade bei Kleinkindern haben viele Eltern Skrupel, sie draussen nackt rumlaufen zu lassen. Da gerade Kleinkinder aber immer am rumrennen sind, wird die Schweißbildung stark gefördert. Zudem reiben WIndeln und Kleidung. Überlege dir, ob du dein Kind im Garten oder Schwimmbad nicht trotz Bedenken nackt laufen lassen kannst, um Hitzeausschlag zu vermeiden. Alternativ kannst du deinem Kleinkind eine Stoffwindel anziehen.

Für die Nacht bietet Pampers extra atmungsaktive Windeln an. Wenn du natürliche Windeln bevorzugst, kannst du auch Stoffwindeln verwenden. Windeln aus Bambus bieten sich besonders an, um die Haut atmen zu lassen.

Reizstoffe vermeiden

Das Meiden von parfümierten Kosmetika und aggressiven Duschgels, sowie Hautpflegeprodukte mit Mineralöl wirkt sich auch positiv aus, da so die Poren auf der Haut nicht zusätzlich verstopfen. Außerdem haben wir noch keinen kennengelernt, der sein Baby gerne mit Motoröl eincremen würde. Genug trinken hilft, wie so oft, auch weiter.

 

Es sind doch keine Hitzepickel?

Es gibt noch weitere Arten von Hautausschlägen bei Babys und Kleinkindern. Vielleicht ist es gar kein Hitzeausschlag? Informiere dich mit unseren anderen Artikeln über Neugeborenen-AkneSäuglingsakne und Milien beim Baby, und lies, was du dagegen tun kannst!

Stillstand in der Elternzeit? Das muss nicht sein!

Bild: Weiterbildung mit Kind - Link zur SGD

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Hitzepickelchen beim Baby
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Hitzepickelchen beim Baby
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Hitzepickel erkennst du, wenn sich die Haut deines Babys rötlich färbt. Sei haben meist die Größe eines Hirsekorns und verursachen keine Schmerzen.
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